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Muskelspiel im Tarifstreit: Busse und Bahnen stehen in Kassel still

Mit Trillerpfeifen und Transparenten, Protestzügen und einer Kundgebung haben Mitarbeiter des Öffentlichen Dienstes in Kassel Druck im Tarifstreit um mehr Geld gemacht.
Verdi macht vor den neuen Tarifverhandlungen ernst.

Verdi macht vor den neuen Tarifverhandlungen ernst.

© Uwe Zucchi/dpa

Kassel. Busse und Bahnen blieben den ganzen Tag über in den Depots, viele Kindergärten blieben geschlossen, auch die Müllabfuhr und Krankenhäuser waren zu den Streiks aufgerufen. Das erwartete Chaos auf den Straßen blieb allerdings zunächst aus.

Stärkere Staus und Verspätungen drohen am (morgigen) Mittwoch, wenn in vielen weiteren hessischen Städten die Arbeit im Öffentlichen Dienst niedergelegt werden soll. In der kommenden Woche könnten weitere Proteste folgen.

Auch bundesweit haben die Gewerkschaften ihre Warnstreiks massiv ausgeweitet. Allein in Nordrhein-Westfalen rief Verdi am Dienstag mehr als 45 000 Beschäftigte zur Arbeitsniederlegung auf, unter ihnen mehr als 10 000 Angestellte im öffentlichen Nahverkehr. Auch in Bayern legten Tausende Beschäftigte die Arbeit nieder.

In Nordhessen hatte die Gewerkschaft Verdi unter anderem 850 Beschäftigte der Kasseler Verkehrs-Gesellschaft (KVG) aufgerufen, die Arbeit niederzulegen. "Es sind heute Morgen weder Busse noch Bahnen rausgefahren", sagte eine KVG-Sprecherin. Allerdings hätten Gewerkschaft und Nahverkehrsverband früh genug über den Warnstreik informiert. "Man konnte sich Alternativen suchen und auf den Streik einstellen", hieß es bei der KVG und ähnlich auch bei Verdi.

Zahlreiche Fahrradfahrer waren auf den Straßen unterwegs, viele versuchten auch zu Fuß zum Ziel zu kommen. "Die Menschen haben sich organisiert", sagte auch ein Sprecher der Kasseler Polizei. "Es ist mehr Verkehr auf den Straßen als üblich, aber wir sind weit weg von einem Chaos."

Vom Kasseler Ausstand betroffen waren neben der Stadt und Vellmar auch Fuldabrück, Baunatal und das Lossetal. Auch die Fahrten der Regiotrams in der Kasseler Innenstadt entfielen. Züge und Busse privater Anbieter waren dagegen in Nordhessen unterwegs. Zahlreiche Baustellen im Land bremsten den Pendlerverkehr zusätzlich.

Während Verdi um Verständnis bat und von einem notwendigen Protest sprach, kritisierte der Hessische Städtetag die Warnstreiks als "unverhältnismäßig und unfair". Im Vorfeld von Tarifgesprächen könnten sich die finanziell bereits angeschlagenen Kommunen ebenso wenig gegen derartige Proteste wehren wie die direkten Arbeitgeber, sagte der Geschäftsführende Direktor des Städtetags, Stephan Gieseler, in Wiesbaden. "Es gibt eine Unausgeglichenheit der Mittel, denn ein Arbeitgeber kann nur reagieren, wenn der Tarifstreit mal wieder auf dem Rücken der Bürger ausgetragen wird", sagte er.

Mit zwei Demonstrationszügen zum Kasseler Rathaus wollte die Gewerkschaft ihrer Forderung nach mehr Gehalt weiteren Nachdruck verleihen. Zunächst hatte Verdi bis zu 4000 Teilnehmer erwartet, nach Verdi- und Polizeischätzungen versammelten sich zwischen 2000 und 2500 Menschen zur Kundgebung am Vormittag. Verdi-Vertreterin Gisela Horstmann warnte vor den anstehenden Verhandlungen: "Sollten wir kein Angebot des Arbeitgebers bekommen, werden wir unsere Streiks fortsetzen und verstärken."

Im Tarifstreit drohen am Mittwoch weitere Verspätungen und Staus in anderen hessischen Städten, unter anderem in Herborn, Wetzlar, Gießen und Marburg, Wiesbaden, Limburg, Frankfurt, Hanau, Rüsselsheim, Heppenheim, Darmstadt und Bad Hersfeld. Aufgerufen sind erneut der Nahverkehr, die Müllabfuhr und das Personal in Krankenhäusern sowie in Kindergärten.

Unter anderem dürfte der Nahverkehr in der Pendlermetropole Frankfurt empfindlich getroffen werden. Von Betriebsbeginn sollen alle U-Bahn-Linien, alle Straßenbahnlinien und nahezu alle städtischen Buslinien ganztags bestreikt werden, wie die Verkehrsgesellschaft traffiQ mitteilte. S-Bahnen, Regionalzüge und einige wenige Buslinien sollen aber fahren.

In den laufenden bundesweiten Tarifverhandlungen des Bundes und der Kommunen fordert Verdi für rund 2,1 Millionen Beschäftigte 100 Euro pauschal und 3,5 Prozent mehr Geld. In Hessen sind laut Verdi etwa 85 000 Beschäftigte direkt und 130 000 mittelbar von der Tarifrunde betroffen. Am Donnerstag und Freitag wollen Arbeitgeber und Gewerkschaften in Potsdam zur zweiten Tarifrunde zusammenkommen.

dpa


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