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Gesundheit

Milliarden für Wellness und Schönheit: Markt wächst

Wohlfühl-Massagen, gesunde Ernährung, Sport oder Schönheitsoperationen - Gesundheit und Wohlbefinden jenseits kassenfinanzierter Leistungen sind ein Milliardengeschäft.
Das Geschäft mit der Schönheit lohnt sich.

Das Geschäft mit der Schönheit lohnt sich.

© Jan-Philipp Strobel/Archiv

Frankfurt/Main. "Wir werden zur Gesundheitsgesellschaft", sagte Prof. Josef Hilbert vom Institut für Arbeit und Technik Gelsenkirchen am Mittwoch in Frankfurt. Vor allem Ältere seien bereit, Geld dafür auszugeben. Hilbert hat in einer Studie für die Initiative "gesundheitswirtschaft rhein-main" die Wachstumschancen für den sogenannten Zweiten Gesundheitsmarkt in Hessen untersucht.

In Hessen habe dieser Markt 2012 knapp 5,6 Milliarden Euro umgesetzt, 5,6 Prozent mehr als 2009, heißt es in der Untersuchung. Rund 30 000 Menschen seien landesweit in diesem Wirtschaftszweig beschäftigt, der auch Tourismus oder betriebliches Gesundheitsmanagement umfasst. Im boomenden Rhein-Main-Gebiet, das in der Studie rund um Frankfurt bis Mainz und Aschaffenburg reicht, habe das Wachstum sogar 17 Prozent betragen.

Allein rund eine Milliarde Euro werde pro Jahr für privat finanzierte Leistungen wie Laser- und Lidchirurgie, Fettabsaugen, Nasenkorrekturen oder Ultraschalluntersuchungen ausgegeben.

Auf Kritiker, die eine Zwei-Klassen-Medizin kommen sehen, antwortet Hilbert: "Wir müssen zur Kenntnis nehmen, dass es einen Mega-Trend zur Gesundheit gibt." Sozialpolitische Bedenken weist auch Florian Gerster zurück, ehemaliger rheinland-pfälzischer Gesundheitsminister und Vorsitzender der Initiative, die Aktivitäten der Branche bündeln will.

Er meint, viele wollten sich nicht noch ein Auto oder noch einen Urlaub leisten, sondern lieber etwas für Schönheit oder ihre Gesundheit tun - oder bei medizinischen Leistungen eine Komfortlösung gegen Bezahlung. Als Beispiel nannte Gerster Langzeitinsulin, das Diabetes-Patienten nur einmal täglich nehmen müssen, das aber von den Kassen nicht bezahlt werde.

"Die Gesundheitswirtschaft ist eine Branche, in der Musik spielt", sagte Gerster. Jungen Leuten gibt er den Rat, bei der Berufswahl in diese Richtung zu denken, denn selbst in Krisen habe sich die Branche als stabil erwiesen.

dpa


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