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Verwaltung

Mehr Frauen sollen führen: Über den Weg wird im Landtag gestritten

Seit 20 Jahren gibt es in Hessen ein Gleichstellungsgesetz. Doch der Anteil der Frauen in leitenden Positionen hat sich kaum verändert. Jetzt hat der Landtag eine Anhörung zu zwei neuen Gesetzentwürfen organisiert.

Wiesbaden. Der Frauenanteil in Führungspositionen in Hessens Landesverwaltung muss größer werden. Darüber waren sich am Donnerstag Verbände und Experten bei einer Anhörung im Landtag zu zwei unterschiedlichen Gesetzentwürfen von Regierung und Opposition ein. Über den Weg gingen jedoch in Wiesbaden die Vorstellungen auseinander.

In ihrer Rolle als Arbeitgeber unterstützten die kommunalen Spitzenverbände den schwarz-grünen Entwurf. Die SPD-Initiative, der für Frauenbeauftragte bei Job-Besetzungen ein Klagerecht gegen Entscheidungen vorsieht, lehnten sie als wenig praktikabel ab. "Problematisch" sei, wenn sich zwei Stellen in derselben Verwaltung vor Gericht stritten, sagte Brigitte Baum vom Hessischen Städtetag.

Dagegen machten sich die Frauenbeauftragten für ein Klagerecht stark. Die Gleichstellungsbeauftragten an den Hochschulen regten eine Schiedsstelle in Fall von Konflikten mit der Führungsebene an. Grundsätzliche Kritik kam von der Bonner Wissenschaftlerin Barbara Stiegler: Hessen müsse über die öffentliche Verwaltung hinaus Initiativen zur Gleichstellung entwickeln, forderte sie.

Nach dem Gesetzentwurf von Schwarz-Grün soll jede Dienststelle mit mehr als 50 Beschäftigten einen Plan zur Gleichberechtigung der Geschlechter vorlegen. Auch Frauen in Teilzeitarbeit sollen Führungsaufgaben übernehmen können. Der SPD-Entwurf will auch Unternehmen mit beherrschender Beteiligung von Bund und Land wie etwa den Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport AG verpflichtend ins Gesetz aufnehmen.

In Hessen gibt es seit 20 Jahren ein Gleichstellungsgesetz, damals noch von Rot-Grün beschlossen. Sozialminister Stefan Grüttner (CDU) hatte vergangene Woche im Landtag eingeräumt, dass der Anteil von Frauen in Führungspositionen weiterhin gering sei. Er habe sich in den vergangenen Jahren trotz hoch qualifizierter Frauen praktisch nicht verändert.

dpa


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