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Schulen

Kultusminister Lorz setzt auf Wahlfreiheit beim Nachmittagsangebot

Ob eine Grundschule in Hessen künftig bis in den Nachmittag öffnet, bleibt ihr selbst überlassen. Für Kultusminister Alexander Lorz (CDU) ist die freiwillige Teilnahme am "Pakt für den Nachmittag" der richtige Weg. Kritiker sprechen von einer Mogelpackung.
Kultusminister Alexander Lorz (CDU).

Kultusminister Alexander Lorz (CDU).

© Christoph Schmidt/Archiv

Wiesbaden. Kultusminister Alexander Lorz (CDU) setzt bei seinen Plänen für den Ausbau der Nachmittagsbetreuung an den Schulen in Hessen auf freiwillige Angebote. Die Nachfrage und die Beteiligung am "Pakt für den Nachmittag" an den Grundschulen im Land sei regional sehr unterschiedlich, sagte der Minister am Dienstag in Wiesbaden. Während in den Großstädten wie Frankfurt und Kassel die Teilnehmerquote an den verlässliche Bildungs- und Betreuungsangeboten von 7.30 Uhr bis 17.00 Uhr bei bis 85 Prozent liege, bewege sie sich in ländlichen Regionen eher bei 30 Prozent.

"Das zeigt, dass unser Konzept richtig ist, Eltern und Schülern die Nachmittagsangebote nicht von oben verpflichtend überzustülpen, sondern die Freiwilligkeit als Grundprinzip in den Vordergrund zu stellen", sagte der Minister auch zu Forderungen nach mehr echten Ganztagsschulen in Hessen. Zwar sei der Bedarf nach ganztägiger Bildung und Betreuung in den vergangenen Jahren deutlich angestiegen. Es zeige sich aber auch, "dass dieses Modell nicht für alle Familien das Nonplusultra ist." Das Land setze daher auf flexible Lösungen.

Der "Pakt für den Nachmittag" ist ein freiwilliges Angebot an Hessens Grundschulen für eine verlässliche Betreuung von 7.30 bis 17.00 Uhr. Dabei stellt von 7.30 bis 14.30 Uhr das Land die Lehrer. Danach übernehmen die Kommunen als Schulträger die Betreuung an den restlichen Stunden.

Zum Start der Initiative im laufenden Schuljahr nahmen 57 Grundschulen in sechs Regionen Hessens teil. Zehn weitere Schulträgerregionen mit mindestens 67 Grundschulen werden im kommenden Schuljahr nach Angaben des Ministers hinzukommen. Damit steige die Zahl auf insgesamt 124 hessische Schulen im Jahr 2016/17. Bereits im zweiten Jahre des Programm sei somit die Hälfte aller Schulträgerregionen dabei. Insgesamt befinden sich laut Lorz im Schuljahr 2016/17 630 Grundschulen in den Ganztagsprogrammen des Landes. Knapp 1200 Grundschulen gibt es in Hessen.

Etwa 180 Lehrerstellen werden allein für den Pakt zur Verfügung stehen, teilte der Kultusminister mit. Insgesamt belaufe sich die zusätzliche Zahl der Pädagogen für den Ausbau des Ganztagsangebots in Hessen damit auf 230 Stellen. Weitere 117 Stellen aus den Sondermitteln des Landes in Höhe von sechs Millionen Euro werden voraussichtlich noch hinzukommen. Eine Entscheidung über die Verwendung der Mittel soll bis Mitte März fallen.

Die Landesschülervertretung und die Opposition im hessischen Landtag forderten dagegen mehr echte Ganztagsschulen im Land. Es sei zwar zu begrüßen, dass die Regierung durch den Ausbau der Nachmittagsangebote dem bestehenden Bedarf an Ganztagsbetreuung im Grundschulalter Rechnung trage, sagte Landesschulsprecherin Svenja Appuhn. Über den Ausbau von freiwilligen Angeboten dürften aber die echten Ganztagsschulen nicht vergessen werden, da dort auch am Nachmittag rhythmisierter Unterricht verbindlich für alle Schüler stattfinde.

Der SPD-Bildungsexperte Christoph Degen sprach von einer Mogelpackung. Pakt-Schulen seien keine Ganztagsschulen, sondern lediglich Schulen mit nachmittäglichen Angeboten, für die die Eltern auch noch tief in die Tasche greifen sollen. Sechs echte Ganztagsschulen unter fast 1200 Grundschulen seien eindeutig zu wenig.

Auch die Linken-Abgeordnete Barbara Cárdenas betonte: "Der Pakt für den Nachmittag hat mit Ganztagsschulen nichts zu tun." Vielmehr hebele er das Bemühen um den Ausbau der Ganztagsschulen aus. Der FDP-Abgeordnete Wolfgang Greilich kritisierte, dass vielen zugesagten Lehrerstellen für die Ganztagsbetreuung zuvor im Vormittagsunterricht der Grundschulen gekürzt und auch bereits bei der gymnasialen Oberstufe gestrichen worden sei.

Die Regierungsfraktionen von CDU und Grünen nannten das Programm dagegen ein Erfolgsmodell. Im Gegensatz zu den von der SPD geforderten Zwangsumwandlungen von Grund- zu Ganztagsschulen werde den Eltern mit der Initiative der Landesregierung vor Ort die Wahl gelassen, betonte der Bildungsexperte Armin Schwarz. Grünen-Fraktionschef Mathias Wagner erinnerte an eine Aussage des Bildungsgipfels, nach dem sowohl der Pakt für den Nachmittag als auch die Ganztagsschulen gefördert werden sollen.

dpa


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