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Künftiger Limburger Bischof will nicht in Edel-Residenz wohnen

In drei Wochen tritt der neue Limburger Bischof sein Amt an. Georg Bätzing wird vieles anders machen als sein Vorgänger, der von einigen Menschen als Protz-Bischof kritisierte Tebartz-van Elst. In die Luxus-Bischofswohnung zieht Bätzing schon mal nicht.
Der designierte Limburger Bischof Georg Bätzing.

Der designierte Limburger Bischof Georg Bätzing.

© Boris Roessler/Archiv

Trier/Limburg. Der künftige Bischof von Limburg, Georg Bätzing, wird nicht die von seinem Vorgänger für viele Millionen Euro aufwendig umgebaute Luxus-Residenz bewohnen. "Ich werde nicht in die Bischofswohnung einziehen", sagte Bätzing am Sonntag nach einem Gottesdienst zu seiner Verabschiedung im Trierer Dom. Er werde "in ein kleines, mit einer Person bewohnbares Häuslein" in der Stadt ziehen, in der zuvor ein Weihbischof gewohnt habe.

Die Residenz solle vom Bistum und für andere kirchliche Zwecke genutzt werden, sagte Bätzing, der am 18. September als Nachfolger von Franz-Peter Tebartz-van Elst im Limburger Dom zum Bischof geweiht wird. Bätzing war am 1. Juli vom Papst ernannt worden.

Tebartz-van Elst hatte im März 2014 seinen Posten unter anderem wegen des Skandals um den mehr als 30 Millionen Euro teuren Umbau der Bischofsresidenz verloren. "Wir müssen dieses tolle Haus, wenn man mal von der Wohnung absieht, die einfach zu groß für mich ist, vom Bistum nutzen", befand Bätzing. Er werde dort auch seinen Dienstsitz haben: "Die Büros sind ja alle eingerichtet gewesen. Ich kann keinen Bogen um das ganze Ding machen."

Das Bistum Limburg teilte am Sonntagabend mit, dass die Residenz als Dienstsitz genutzt werde und weiterhin als Ort für Begegnungen, Veranstaltungen und Sitzungen verwendet werde. So sei es bereits im ursprünglichen Rahmenkonzept vorgesehen gewesen. "Für die bisherige Bischofswohnung ist eine sinnvolle und angemessene Alternativnutzung angedacht, etwa als Verwaltungssitz für die Bereiche Kunst und Kultur", sagte der Limburger Bistumssprecher Stephan Schnelle. Mit der Entscheidung sei nun eine Gesamtlösung für das Bischofshaus gefunden, die eine dauerhafte Nutzung des Gebäudeensembles ohne den Einsatz zusätzlicher finanzieller Mittel möglich mache.

Seinen neuen Wohnsitz im Limburg, in dem Weihbischof Walther Kampe lange gelebt hatte, werde Bätzing erst in einigen Monaten beziehen, sagte Bätzing. Zunächst wird der neue Bischof in das Schwesternhaus ziehen, das zurzeit der Apostolische Administrator, Weihbischof Manfred Grothe, als Wohnraum nutzt. Das Schwesternhaus soll künftig wieder der Dienstsitz des Domküsters werden.

Im Vorfeld der Bischofsweihe und Amtseinführung sei auch die Frage des Dienstwagens für den neuen Bischof geklärt worden, sagte Schnelle. Das Bistum werde einen geleasten Audi A6 zur Verfügung stellen.

In den vergangenen gut dreieinhalb Jahren arbeitete Bätzing als Generalvikar an der Seite des Trierer Bischofs Stephan Ackermann. Der Abschied aus seinem Heimatbistum falle ihm "nicht leicht", sagte der 55-Jährige. Aber er freue sich bereits auf Limburg: "Denn ich merke schon in vielen Gesprächen und Begegnungen: Die wollen einen neuen Bischof. Und ich soll der ihre sein. Das ist eine wunderbare Herzlichkeit, die mir da entgegenkommt. Ich habe den Eindruck, die Menschen freuen sich auf Schritte in die Zukunft."

Zu einer seiner Hauptaufgaben im neuen Bistum sagte Bätzing: "Versöhnung ist, glaube ich, das wesentliche Stichwort." Die Aufarbeitung der Vergangenheit sei dank Grothes Arbeit bereits "sehr fundamental geschehen". "Mit Sicherheit werden Verwundungen und Risse auch noch einmal deutlich werden im Miteinandergehen, auch bei mir. Da müssen wir hinschauen, wir müssen ehrlich sein und dann müssen wir eben, wenn noch etwas zu bearbeiten ist, das auch tun."

dpa


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