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EU

Hessens Brexit-Experten nehmen Arbeit auf

Der Finanzplatz Frankfurt hofft auf einen Schub nach dem britischen "No" zur EU. Ziehen bald Banken von der Themse an den Main? Die hessische Landesregierung will dafür auch in London werben.
Ein "Finanzplatzkabinett" zu den möglichen Folgen des Brexit-Votums.

Ein "Finanzplatzkabinett" zu den möglichen Folgen des Brexit-Votums.

© Boris Roessler

Frankfurt/Main. Mit dem Ziel, nach dem Brexit das Beste für Hessen und den Finanzplatz Frankfurt herauszuholen, haben die Expertengruppen des Landes ihre Arbeit aufgenommen. Es gehe jetzt darum herauszuarbeiten, was sich durch den britischen Beschluss, die EU zu verlassen, ändere und "wie eine Ansiedlung in Frankfurt die daraus entstehenden Probleme lösen kann", sagte Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir laut Mitteilung vom Samstag. Die schwarz-grüne Landesregierung hatte schon zuvor betont, dass Deutschlands wichtigster Finanzplatz offen sei für Finanzunternehmen, die nach einem Brexit womöglich aus London abwandern wollen.

"Unsere Stärken liegen auf der Hand: Eine sehr gute digitale Infrastruktur, exzellente Erreichbarkeit, die Nähe zur EZB, eine hohe Lebensqualität und im Vergleich zu London oder Paris deutlich günstigere Büros", ergänzte Al-Wazir. "Ich werde deshalb am 10. August mit einer Delegation nach London reisen, um dort Entscheider gezielt anzusprechen."

An dem Treffen am Freitagabend nahmen auch Finanzminister Thomas Schäfer und Europaministerin Lucia Puttrich (beide CDU) teil. Die Arbeitsgruppen, an denen zudem Vertreter der Finanzbranche, der Wirtschaft, der Wissenschaft, der Stadt Frankfurt und der Region beteiligt sind, sollen die Lage Hessens und des Finanzplatzes Frankfurt analysieren und Handlungsempfehlungen erarbeiten.

"Die Briten sind leider vollkommen planlos in den Brexit gestolpert und spielen jetzt auch noch auf Zeit", kritisierte Schäfer. "Wir gehen unsere Arbeit dagegen zügig an, werden unsere Stärke herausstellen und für Frankfurt und Hessen werben." Allerdings sei klar, dass es keine schnellen Erfolge gebe. "Der dauerhafte Erfolg ist uns aber auch wichtiger", betonte er.

dpa


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