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Flüchtlinge

Hessen prüft über 80 Orte für Flüchtlingsunterkünfte

Nach Unterkünften für Flüchtlinge wird in Hessen weiter mit Hochdruck gesucht. Dutzende von Möglichkeiten werden geprüft. In Fulda wird nun eine Zeltstadt für 500 Menschen entstehen. Unterdessen haben sich rund 100 Ärzte bereiterklärt, medizinische Hilfe zu leisten.
Flüchtlings-Zelt eines Aufnahmelagers für Flüchtlinge.

Flüchtlings-Zelt eines Aufnahmelagers für Flüchtlinge.

© Andre Hirtz/Archiv

Fulda/Gießen. Auf der Suche nach Unterkünften für neu ankommende Flüchtlinge prüft Hessen derzeit mehr als 80 Standorte auf deren Tauglichkeit. Das berichtete das Regierungspräsidium (RP) Gießen am  Freitag. In Fulda ist die Behörde bereits fündig geworden. Im Bereich des Polizeipräsidiums werde am Wochenende begonnen, eine Zeltstadt zu errichten. 500 Menschen sollen dort übergangsweise untergebracht werden.

Wegen der nach oben korrigierten Zahl der zu erwartenden 800 000 Flüchtlinge bundesweit in diesem Jahr müssten weitere Kapazitäten entstehen, sagte in Wiesbaden der hessische Sozialstaatssekretär Wolfgang Dippel (CDU), der früher Bürgermeister in Fulda war.

In Hessen sind derzeit mehr als 11 000 Flüchtlinge in der Erstaufnahme landesweit untergebracht. Bis zum Winter sollen 13 000 neue Plätze geschaffen werden, wie Dippel sagte. Nach der neuen Prognose des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge müssen in Hessen zwischen 55 000 und 60 000 Menschen untergebracht werden. Es sei nicht einfach, geeignete Gebäude zu finden

In Darmstadt sollen bald Gebäude für gut 300 Frauen bereitstehen, die alleine geflohen und "mithin besonders schutzbedürftig sind". Rund 200 Asylsuchende leben in der Stadt bereits in Zelten, das Camp war am vergangenen Wochenende kurzfristig errichtet worden. Die Unterkünfte gehören zu Hessens Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge, die mit Fulda dann zwölf Standorte hat.

Unterdessen wird auch an einer Verbesserung der medizinischen Versorgung gearbeitet. Rund 100 Ärzte in Hessen wollen freiwillig den Flüchtlingen helfen. Die Mediziner reagierten mit ihrem Angebot auf einen Aufruf der Landesärztekammer und des Sozialministeriums. Danach gibt es vor allem in der Erstaufnahmestelle in Gießen und ihren Außenstellen viel zu wenig Personal für die Erstuntersuchung von Flüchtlingen und deren Weiterbehandlung.

In einer Außenstelle in Wetzlar wurde am Freitag ein weiterer Fall von Hepatitis bekannt. Der Patient werde im Krankenhaus behandelt, berichtete das RP. In Wetzlar dürfen daher in nächster Zeit nur Flüchtlinge unterkommen, die immun gegen die Infektionskrankheit sind. Bereits im Juli hatte es dort einen Krankheitsfall gegeben.

dpa


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