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Migration

Hessen erwartet weitere Flüchtlinge: Brennpunkt Frankfurt

Rund 7000 Flüchtlinge kamen seit dem Wochenende in das Bundesland. Für die meisten von ihnen wurde eine vorübergehende Unterkunft gefunden. Doch weitere Kapazitäten werden dringend benötigt.
Hessens Innenminister Peter Beuth (CDU).

Hessens Innenminister Peter Beuth (CDU).

© Uwe Zucchi/Archiv

Frankfurt/Main. Hessen rüstet sich für den Zustrom weiterer Flüchtlinge. "Wir sind dabei, die Kapazitäten weiter hochzufahren", sagte Innenminister Peter Beuth (CDU) am Montag dem Radiosender hr-info. Seit dem vergangenen Wochenende seien etwa 7000 Flüchtlinge im Land angekommen.

Ein Brennpunkt ist der Frankfurter Hauptbahnhof. Dort wurden am Wochenende laut Bundespolizei 1400 illegal eingereiste Flüchtlinge registriert. Rund 150 von ihnen konnten zunächst nicht in Notunterkünften untergebracht werden und mussten die Nacht von Sonntag auf Montag am Gleis 24 des Bahnhofs verbringen.

"Seit Samstag ist der Sondereinsatzstab aktiviert", sagte der Frankfurter Stadtrat Markus Frank. Stadträtin Daniela Birkenfeld (beide CDU) bot an, dass Frankfurt in den kommenden Wochen erhöhte Zuweisungen aus den Erstaufnahmeeinrichtungen aufnehme, um Platz für die am Wochenende neu eingereisten Menschen zu schaffen: "Mit Blick auf die schwierige Situation in München ist jetzt Solidarität geboten."

Nach Angaben von Frank und Birkenfeld wurden seit Samstag rund 1000 zusätzliche Flüchtlinge in Frankfurt aufgenommen, dafür wurden innerhalb weniger Stunden Betten in vier Sporthallen aufgestellt. Die Menschen seien ohne das übliche Erstaufnahmeverfahren direkt nach Frankfurt gekommen, weil die Erstaufnahme überlastet war, sagte Frank. "Es ist ein Notüberlauf". Die Stadt habe ihre Mitarbeiter gebeten, sich freiwillig zum Dienst in den Hallen zu melden - gebraucht würden 100 bis 120 Mitarbeiter.

Zelte seien aus derzeitiger Sicht nicht nötig, die Stadt hoffe, dass in Gießen bald wieder Kapazitäten für eine geordnete Erstaufnahme habe. "Wir wollen die Sporthallen nicht dauerhaft zu Flüchtlingsunterkünften machen", sagte Frank. Das größte Problem sei jedoch die unklare Lage, und vordringliches Ziel sei zunächst humanitäre Hilfe.

In Hanau bereitete man die Unterbringung von bis zu 1000 weiteren Flüchtlingen zu. Auch die Landeshauptstadt Wiesbaden richtete Turnhallen für bis zu 1000 Menschen her. Die Flüchtlinge wurden ab Montagnachmittag erwartet, teilte die Stadt mit. Die Landesregierung geht davon aus, dass die zusätzlichen Erstaufnahmeplätze etwa eine Woche lang gebraucht werden. "Sollten wir anderes erfahren, werden wir die Öffentlichkeit selbstverständlich informieren", sagte Oberbürgermeister Sven Gerich (SPD).

Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) hatte am Wochenende seine Schätzung bekräftigt, wonach er bundesweit mit einer Million Flüchtlinge in diesem Jahr rechnet. Beuth verwies darauf, dass Hessen bereits jetzt mehr Flüchtlinge aufgenommen habe, als es der in Deutschland geltende Verteilungsschlüssel vorschreibe. Zugleich betonte er, weiterhin Flüchtlinge aufnehmen zu wollen, die in München ankommen.

dpa


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