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Migration

Hessen: Mehr als 100 Polizei-Pensionäre wieder beschäftigt

Weil immer mehr Flüchtlinge nach Hessen kommen, holt das Land Polizisten aus dem Ruhestand. Allerdings für Bürotätigkeiten, nicht als Streife.

Wiesbaden. Zur Bewältigung der Flüchtlingskrise hat Hessen bisher 110 Polizeibeamte aus dem Ruhestand zurückgeholt. Wie das Innenministerium in Wiesbaden auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mitteilte, werden die Pensionäre aber nicht mehr im Polizeidienst eingesetzt. Sie erledigten ausschließlich Aufgaben in der Verwaltung. Dafür seien entsprechende Verträge mit ihnen abgeschlossen worden.

Hessen rechnet in diesem Jahr bisher mit knapp 60 000 Flüchtlingen, die im Land bleiben. Auch andere Länder setzen Pensionäre bei der Bewältigung der Verfahren - etwa bei der Feststellung von Personalien - ein. Die Polizeigewerkschaften bewerten diese Praxis kritisch. In Hessen hatte die Gewerkschaft der Polizei (GdP) im August zusätzliche 800 bis 1000 Stellen verlangt.

Die Landkreise bereiten sich weiter auf neue Flüchtlinge vor. Der Main-Taunus-Kreis berichtete, zwei Sporthallen in Hofheim und Hattersheim könnten als mögliche Notunterkünfte mit insgesamt bis zu 1000 Flüchtlingen belegt werden. Im Main-Kinzig-Kreis wurden in der Nacht zum Mittwoch rund 370 neue Asylbewerber erwartet.

Aus Rücksicht auf Flüchtlinge verzichten die Städte Darmstadt und Wiesbaden auf Sirenenproben. "Sirenen sind international gebräuchlich für Kriegs- und Notlagen", sagte eine Sprecherin in Darmstadt. Unter den in der südhessischen Metropole untergebrachten Flüchtlingen gebe es viele, die aus Krisen- und Kriegsgebieten kommen. Sie sollten nicht unnötig geängstigt werden. Auch bei den Chemieunternehmen Merck und Evonik gebe es deshalb zunächst kein Probe-Sirenengeheul.

In Wiesbaden war am vergangenen Samstag ein Sirenentest geplant. Wegen des Tages der Deutschen Einheit sollte er am kommenden Samstag nachgeholt werden. Darauf wird in der Landeshauptstadt nach Angaben einer Sprecherin nun wie in Darmstadt verzichtet. Die Sirenenprobe gibt es in beiden Städten einmal im Quartal. Ausgelöst wird ein Heulton von einer Minute, der im Ernstfall zum Einschalten der Rundfunkgeräte und Einstellen eines regionalen Rundfunksenders auffordert. Das "Darmstädter Echo" hatte über die Pause berichtet.

dpa


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