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Regierung

Heftige Kritik an CDU-Politiker Irmer wegen Aussage zu Homosexualität

Abfällige Äußerungen des hessischen CDU-Bildungsexperten, Hans-Jürgen Irmer, über Homosexualität haben heftige Proteste beim grünen Koalitionspartner und der Opposition ausgelöst.
CDU-Bildungsexperte Hans-Jürgen Irmer.

CDU-Bildungsexperte Hans-Jürgen Irmer.

© Frank Rumpenhorst/Archiv

Wiesbaden. Irmer hatte in der "Frankfurter Neuen Presse" am Montag gesagt: "Homosexualität ist nicht normal. Wäre sie es, hätte der Herrgott das mit der Fortpflanzung anderes geregelt."

Die SPD sprach von unerträglichen Aussagen. "Die Worte von Herrn Irmer stehen leider in einer Reihe von Hetzparolen, die er bereits in der Vergangenheit gegenüber Homosexuellen geäußert hat", betonte der Parlamentarische Geschäftsführer Günter Rudolph.

Die Linken sprachen von Hass, den der CDU-Politiker durch seine wiederholten menschenverachtenden Äußerungen gegen Muslime, Homosexuelle, Roma und Sinti schüre. Trotzdem genieße er offenbar Narrenfreiheit, kritisierte die Fraktionsvorsitzende Janine Wissler.

Linke und SPD forderte die Grünen auf, auf diese Aussagen aus den Reihen des Koalitionspartners zu reagieren und endlich Konsequenzen einzufordern. Bleibe Irmer bildungspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion, dann sei die Vereinbarung im schwarz-grünen Koalitionsvertrag zum Thema "Gleichstellung verwirklichen" zum Scheitern verurteilt.

Die Parlamentarische Geschäftsführerin der Grünen, Angelika Dorn, erklärte: Im Koalitionsvertrag mit der CDU sei vereinbart worden, dass das Bündnis in allen Lebensbereichen stärker für die Akzeptanz von Menschen mit unterschiedlicher sexueller Orientierung und geschlechtlicher Identität sorgen wolle. "Diesem Ziel haben alle Abgeordneten von CDU und Grünen mit Annahme des Koalitionsvertrags zugestimmt."

"Wenn zwei Menschen - egal ob homo- oder heterosexuell - einander lieben und füreinander Verantwortung übernehmen, ist es nicht nur normal, sondern auch gut so", betonte Dorn. "Nicht ganz so normal ist es, wenn einzelne das auch im Jahr 2014 immer noch nicht akzeptieren können."

Der Parlamentarische Geschäftsführer der CDU-Fraktion, Holger Bellino, versicherte, dass selbstverständlich auch in diesem Punkt der Koalitionsvertrag gelte. "Wir werden diese Thematik mit der notwendigen Sensibilität angehen und innerhalb der Legislaturperiode umsetzen. Das wird auch Herr Irmer mittragen." Der 62-jährige Irmer selbst äußerte sich nicht zu den Vorwürfen.

Der Bundesverband und der hessische Landesverband der Lesben und Schwulen in der Union (LSU) kritisierten die Äußerungen Irmers. "Hans-Jürgen Irmer stellt sich mit seinen Parolen gegen Homosexualität wiederholt ins politische Abseits. Wir würden es sehr begrüßen, wenn die hessische CDU auch deutlich machte, dass sie die wiederholten Hassparolen ihres Abgeordneten missbilligt und dieser nicht für die Gesamtpartei spricht", sagten der Bundesvorsitzende Alexander Vogt und der Landesvorsitzende Rainer Zuber. Solche menschenverachtenden Parolen dürften in der CDU keinen Platz haben.

dpa


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