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Fuldaer Bischof kritisiert Medien: "Beleidigende Provokationen"

Je brutaler provoziert werde, desto größer würden Aufmerksamkeit, Auflage und Profit, sagt Heinz Josef Algermissen. Mit seiner Kritik bezieht er sich auf das Satiremagazin "Charlie Hebdo", das für ihn aber kein Einzelfall ist.
Der Fuldaer Bischof Algermissen warnt davor Gläubige herabzuwürdigen.

Der Fuldaer Bischof Algermissen warnt davor Gläubige herabzuwürdigen.

© Uwe Zucchi/Archiv

Fulda. Der Fuldaer Bischof Heinz Josef Algermissen warnt vor einem Ausreizen der Presse- und Meinungsfreiheit, um Gläubige zu verunglimpfen. Es erkenne eine Tendenz, wonach sie herabgewürdigt würden und versucht werde, "sie möglichst wirkungsvoll in dem zu treffen, was ihnen heilig ist", schrieb der 72 Jahre alte Geistliche im "Wort des Bischofs" mit der Überschrift "Beleidigende Provokationen". "Je brutaler die Provokation, umso größer die Wirkung. Das garantiert Aufmerksamkeit, Auflage und Profit", kritisierte der Geistliche. Algermissen mahnte, dass so Zug um Zug die zivilisatorischen Errungenschaften des Gemeinwesens zerstört würden.

Algermissen nahm in seiner Medienkritik Bezug auf das Satiremagazin "Charlie Hebdo". Das Heft hatte vor kurzem, ein Jahr nach den islamistischen Mordanschlägen auf die Redaktion in Paris, eine umstrittene Sonderausgabe mit heftiger Religionskritik herausgegeben. Auf der Titelseite wurde Gott als Terrorist abgebildet, mit blutbeflecktem Gewand und einer Schnellfeuerwaffe auf dem Rücken.

"Das ist für mich weder originell noch komisch oder intelligent, sondern bewusst gotteslästerlich und peinlich dumm. Allerdings wurde gerade diese Ausgabe des Magazins in Deutschland zehntausendfach verkauft", beklagte Algermissen. Weitere Kirchenvertreter und konservative Politiker hatten die Redaktion dafür kritisiert. Journalistenverbände hatten "Charlie Hebdo" verteidigt.

Die Sonderausgabe ist für Algermissen aber kein Einzelfall. Der Fuldaer Bischof erinnerte an die Darstellung des inkontinenten Papstes. Sie war im Sommer 2012 auf der ersten Seite des Satiremagazin "Titanic" veröffentlicht worden. Der Deutsche Presserat hatte deswegen eine öffentliche Rüge ausgesprochen. Toleranz habe seine Grenzen, wo Würde bewusst zerstört werde, mahnte Algermissen.

dpa


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