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Flugsicherung will bei Verbot kurzfristig an Südumfliegung festhalten

Die sogenannte Südumfliegung am Frankfurter Flughafen soll auch im Fall eines höchstrichterlichen Verbots für drei weitere Monate beibehalten werden. Es werde einige Zeit dauern, um ein neues Abflugverfahren zu installieren, teilte die Deutsche Flugsicherung (DSF) am Mittwoch mit.
Kurzfristig soll die Südumfliegung bestehen bleiben.

Kurzfristig soll die Südumfliegung bestehen bleiben.

© B. Roessler/Archiv

Langen/Frankfurt. In den nächsten Monaten wird das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig entscheiden, ob das vom hessischen Verwaltungsgerichtshof (VGH) verhängte Verbot der Abflugroute rechtskräftig wird. Das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung (BAF) hat gegen die Entscheidung der Kasseler Richter Nichtzulassungsbeschwerde beim Bundesgericht eingelegt. Auch die Flugsicherung setzt sich für die Beibehaltung der Südumfliegung ein.

Die Südumfliegung war als Entlastung für besonders lärmgeplagte Orte im Rhein-Main-Gebiet gedacht, stieß aber auf Protest in neu betroffenen Regionen. Sollte die Route rechtskräftig verboten werden, werde sie in einer Interimslösung für voraussichtlich 90 Tage weiter genutzt, teilte die DFS der Fluglärmkommission mit.

Der VGH stört sich in seinem Urteil vom September 2013 daran, dass die Südumfliegung der Kapazitätserweiterung des Flughafens im Wege stehe, weil künftige Abflugrouten gekreuzt würden. Das BAF argumentiert, dass bisher noch nicht höchstrichterlich entschieden wurde, ob die Kapazität vorzeitig durch eine entsprechende Flugverfahrensplanung gewährleistet werden muss.

Im Bemühen um weniger Lärm am Flughafen will Hessens neuer Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) die Fluglärmkommission (FLK) miteinbinden. Das Gremium werde an Planung und Umsetzung neuer Maßnahmen beteiligt, sagte Al-Wazir am Mittwoch bei seinem Antrittsbesuch bei der Kommission im südhessischen Raunheim.

Vorrangiges Ziel sei die Entlastung in den Nachtrandstunden von 22.00 bis 23.00 Uhr und 5.00 bis 6.00 Uhr, sagte Al-Wazir. Er hat sich nächtliche "Lärmpausen" von sieben Stunden zum Ziel gesetzt. Das derzeitige Nachtflugverbot gilt für sechs Stunden zwischen 23.00 und 5.00 Uhr. Die FLK hat nach eigenen Angaben ein Gutachten über die Frage in Auftrag gegeben, wie eine Lärmobergrenze für den Frankfurter Flughafen rechtssicher festgesetzt werden kann. In der Kommission arbeiten alle betroffenen Kommunen in der Region zusammen. Auch der Flughafenbetreiber Fraport und die Lufthansa sind beteiligt.

dpa


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