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Migration

Flüchtlingen in Haft werden Umgangsformen vermittelt

Hessens Justizministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU) erklärt den den 14-prozentigen Anteil von Flüchtlingen unter den Untersuchungshäftlingen im Land auch mit deren Herkunft.
Die hessische Justizministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU).

Die hessische Justizministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU).

© Daniel Naupold/Archiv

Frankfurt/Main. "Diese Leute kommen überwiegend aus totalitären Systemen, in denen das Faustrecht fehlende oder korrupte staatliche Strukturen ersetzt hat", sagte sie im Interview mit der "Frankfurter Neuen Presse" (Samstag).

Die Regeln in einem Rechtsstaat seien ihnen zu wenig vertraut. Daher starte die Integrationsarbeit in den Haftanstalten gleich am ersten Tag. In Rechtsstaatsklassen werde vermittelt, "welche Regeln hier gelten und welche nicht, etwa wenn es um die Familienehre geht", erläuterte die Ministerin. "Wir bringen auch gezielt Muslime, Christen und Juden an einen Tisch und vermitteln ihnen, Konflikte mit Worten auszutragen und nicht mit Fäusten."

Die Ministerin geht davon aus, dass ein Großteil der Untersuchungshäftlinge aus Flüchtlingsunterkünften abgeschoben werde. Da es sich überwiegend um Algerier und Marokkaner handele, sei deren Bleibeperspektive gering. Bei den Delikten gehe es hauptsächlich um Diebstahl, Betrug und Verstöße gegen das Aufenthaltsrecht, es gebe aber auch Straftaten untereinander wie Schlägereien in Unterkünften.

dpa


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