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Geschichte

Festlich: Hessen feiert mit Staatsakt 70. Jubiläum

Von Elvis bis Heinz Schenk, vom Soldaten "Woyzeck" bis zum Ex-Raumfahrer Reiter: Der Staatsakt zum Jubiläum "70 Jahre Hessen" zeigt die Vielfalt der hessischen Geschichte.
Der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) spricht im Landtag.

Der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) spricht im Landtag.

© Arne Dedert

Wiesbaden. Mit einer bunten Revue über die hessische Geschichte hat das Land am Donnerstag im Wiesbadener Staatstheater sein 70. Jubiläum gefeiert. Bei dem Staatsakt war auch Platz für ernste Themen und nachdenkliche Momente. "Wir leben in Frieden, Freiheit und Wohlstand. Das ist auch ein Anlass zum Dank", sagte Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU). Am 1. Dezember 1946 hatten die Hessen in einer Volksabstimmung für eine neue Landesverfassung gestimmt. Das gilt als Geburtsstunde des heutigen Bundeslandes.

Bouffier erinnerte an die Aufnahme von fast einer Million Vertriebenen und Flüchtlingen nach dem Zweiten Weltkrieg. "So zeigt der Blick zurück, dass wir keinen Zweifel haben sollten, dass auch uns - mit weitaus größeren Ressourcen - die Integration der Flüchtlinge gelingen kann", sagte der Regierungschef. "Eine große Herausforderung für viele Jahre, die wir aber meistern werden, wenn sowohl Einheimische als auch Neubürger es ernsthaft wollen."

Der geschichtliche Parforceritt auf der Bühne nahm das Thema Flucht immer wieder auf: Gleich zu Beginn sah man Vertriebene mit Bollerwagen auf der Suche nach einer neuen Heimat, gegen Ende stand eine bunt gemischte Gruppe junger Leute mit vielen verschiedenen Fahnen in den Händen auf den Brettern.

Den Opfern der Vernichtungslagern der Nazi-Diktatur wurde bei dem Staatsakt in großer Würde gedacht, als das Musikkorps der Bundeswehr vor der Projektion einer historischen Aufnahme des Konzentrationslagers Auschwitz spielte.

Laut und lustig geht es dann wieder beim Elvis-Auftritt zu, inklusive hysterischer Mädchen. Elvis Presley (1935-1977) war von 1958 bis 1960 als Soldat in Friedberg stationiert. Etwas zu lachen gab es auch, als der Schauspieler und Kabarettist Michael Quast rund 20 Jahre hessische Geschichte in viereinhalb Minuten steckte.

Mit einem Ausschnitt aus dem Theaterstück "Woyzeck" wurde dem Schriftsteller Georg Büchner (1813 - 1837) gedacht, dessen Geburtshaus in Riedstadt bei Darmstadt steht.

Auch die Erinnerung an den Parade-Hessen und "Blauen Bock"-Moderator, Heinz Schenk, wurde wieder lebendig, als eine Aufzeichnung von "Es ist alles nur geliehen" über die große Leinwand flimmerte.

Der Ex-Astronaut Thomas Reiter berichtete in seinem Festvortrag davon, dass es auch im Weltall noch zählt, wo auf der Erde man seine Heimat hat. Bei Reiter ist dies nach eigenen Worten Neu-Isenburg nahe Frankfurt. Der frühere Raumfahrer sagte, dass beim Blick aus der Ferne auf die Erde die Bedeutung von Nationalität und Grenzen kleiner werde.

Unter die Festgäste im Staatstheater hatten sich viele Prominente gemischt, darunter der Festspiel-Intendant Dieter Wedel, die Schauspielerin Marie-Luise Marjan, der frühere ZDF-Sportreporter Rolf Töpperwien und die frühere Eiskunstläuferin Marika Kilius.

Am Abend (19.00 Uhr) war ein großes Feuerwerk vor dem Kurhaus geplant. Zum Abschluss der offiziellen Feier sollte das Staatstheater ein Festkonzert (19.30 Uhr) geben.

dpa


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