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Gesundheit

Erste Bilanz: Facharzt-Vermittlung wird wenig angenommen

Seit zwei Monaten kann sich jeder im Callcenter einen Facharzttermin besorgen. Nach einer ersten Bilanz der Kassenärzte tun das aber weit weniger Menschen als gedacht. Der Verband wettert gegen die Servicestelle massiver denn je.

Frankfurt/Main. Die zentrale Terminvergabe für Fachärzte ist in Hessen aus Sicht der Kassenärzte ein großer Flop. Das vor sieben Wochen eingerichtete Callcenter muss derzeit nur einen kleinen Bruchteil der ursprünglich erwarteten Anrufe bearbeiten, berichtete die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Hessen am Dienstag in Frankfurt. Täglich wenden sich im Schnitt rund 126 Patienten an die Stelle.

"Ein überflüssiges System", lautete die erste Bilanz von KV-Vorstandschef Frank Dastych, dessen Verband gegen die bundesgesetzlich vorgeschriebene Terminvergabe vergeblich gekämpft hatte. Das Märchen vom "Zwei-Klassen-System" in der ambulanten Versorgung sei "wie ein Seifenblase zerplatzt".

Die von der KV für die ersten zwei Monate der Servicestelle vorgelegten Zahlen sehen so aus: Gerechnet hat man dort mit rund 25 000 Terminanfragen monatlich, da rund 30 Prozent aller Überweisungen als dringend eingestuft werden. Letztlich gab es aber bisher im Monat nur rund 2700 Anrufe mit 850 Vermittlungen - dies macht 107 Euro Kosten pro Vermittlung, wie Dastych kritisierte. Die von der KV aufgebrachte eine Million Euro für das Callcenter mit seinen zehn Mitarbeitern fehle dann in der Versorgung der Patienten.

Allerdings sind die gesetzlichen Hürden für die Terminvergabe auch hoch. Dem Kassenpatienten wird nur dann innerhalb einer Woche ein Termin bei einem Experten angeboten, wenn er vom Hausarzt eine "dringende" Überweisung mit einer Codenummer (außer Augen- und Frauenärzte) hat. Der Facharzt darf auch nicht ausgesucht werden - und die Anfahrt darf bei Spezialisten wie Radiologen bis zu 60 Minuten betragen.

Vielen Menschen ist das beim Anruf im Callcenter gar nicht bekannt - und lange Anfahrtswege zu einem unbekannten Facharzt scheuen sie. Die Kassenärztliche Vereinigung zieht aus der mangelnden Nachfrage nach der Terminvergabe jedoch vor allem den Schluss, dass die Vermittlung vom Haus- zum Facharzt in Hessen auch ohne Terminvergabe gut funktioniert. Alles andere sei der "Vollkasko-Mentalität" im deutschen Gesundheitssystem zuzuschreiben, wetterte Dastych. "Alles überall zu jeder Zeit für jeden" - das gehe eben nicht.

Die am Dienstag vorgelegten Zahlen zeigen laut KV auch, dass viele ältere Menschen anrufen - und mehr Menschen aus ländlichen Gebieten als aus den Ballungszentren. Die größte Nachfrage nach Terminen gibt es mit weitem Abstand bei Neurologen - dahinter kommen dann Orthopäden und Rheumatologen.

Aus Sicht der KV kein Wunder, weil es eben viel zu wenige Neurologen gebe. Die "Bedarfsplanung" in der Gesundheitspolitik an eine immer älter werdende Gesellschaft sei "völlig unzureichend", sagte der KV-Chef. Dies könne jedoch nicht mit der Servicestelle gelöst werden.

Mit der Zwischenbilanz ist aus Sicht des Verbands auch das endgültige Urteil zur Terminvergabe schon gesprochen. Die KV erwartet nicht, dass sich an der Nachfrage viel ändern wird. Wenn man könnte, würde man "den Unsinn sofort stoppen", so Dastych. Auch in anderen Bundesländern sehe es bei der Nachfrage nach Terminvermittlungen ähnlich mau oder noch schlechter aus. Einige Wochen soll mit dem Stab im Callcenter zunächst weitergearbeitet werden. Dann sollen die Kosten reduziert werden.

Die FDP-Fraktion im Landtag bezeichnete die Bilanz der Servicestellen als "verheerend". Sie seien lediglich ein "Placebo" für unzufriedene Patienten. Viel wichtiger sei es, nach zwei Jahrzehnten die Bedarfsplanung im Facharztbereich zu überarbeiten. Vom Gesundheitsministerium in Wiesbaden war zunächst keine Stellungnahme zur Bilanz zu erhalten.

dpa


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