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Prozesse

Ermittler: Angeklagter in salafistische Szene verstrickt

Hat der mutmaßliche Islamist aus Oberursel einen Anschlag auf das Radrennen am 1. Mai im Taunus geplant? Jedenfalls hatte er eine tödliche Bombe im Keller, berichtet ein Experte des LKA vor Gericht.

Frankfurt/Main. Im Prozess um ein möglicherweise geplantes Attentat auf ein Radrennen bei Frankfurt hat ein Ermittler über Verbindungen des Angeklagten zu islamistischen Kreisen berichtet. Der 36-Jährige sei in der salafistischen Szene bundesweit vernetzt gewesen, sagte der Beamte des Landeskriminalamtes (LKA) am Montag vor dem Landgericht Frankfurt. Auf dem Rechner von Halil D. seien zudem mehrere gewaltverherrlichende Videos gefunden worden, die der Terrormiliz IS zugerechnet werden könnten. Der Angeklagte schwieg auch am zweiten Verhandlungstag vor der Staatsschutzkammer zu den Vorwürfen.

Der Deutsche mit türkischen Wurzeln ist der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat angeklagt. Er sei "fest entschlossen" gewesen, aus dschihadistischen Motiven mit einer Rohrbombe, Waffen und Chemikalien einen Anschlag auf eine Großveranstaltung zu verüben, wirft ihm die Staatsanwaltschaft vor. Dabei soll es sich um das traditionelle Radrennen durch den Taunus am 1. Mai 2015 gehandelt haben. Die Sportveranstaltung war kurz vor dem Start aus Sicherheitsgründen abgesagt worden. Bei einer Verurteilung drohen Halil D. bis zu zehn Jahre Gefängnis.

Der Angeklagte habe mit einer Kontaktperson der Sauerlandgruppe in Verbindung gestanden, berichtete der LKA-Ermittlungsführer. Vier Mitglieder dieser Gruppe waren 2012 wegen der Planung von Terroranschlägen verurteilt worden. Der 36-Jährige habe auch Kontakte zum 2013 verbotenen Salafisten-Verein "Dawa FFM" gehabt sowie zu einer islamistischen spanisch-marokkanischen Gruppe. Die mit rund 250 Nägeln und Stahlkugeln gespickte einsatzbereite Rohrbombe, die in seinem Keller gefunden worden war, hätte in einem Umkreis von neun Metern Menschen töten können. Auf einem Datenträger und auf Karteikarten wurden Anleitungen zum Bombenbau gefunden.

Er glaube an die Scharia, deutsche Gesetze gälten nicht für ihn, habe der Angeklagte 2008 bei einer Verkehrskontrolle gesagt, berichtete der Polizeibeamte weiter. Bei einem überwachten Besuch seiner Familie in der U-Haft habe der 36-Jährigen seinen kleinen Sohn aufgebracht aufgefordert, nicht mit der linken Hand zu spielen, da diese des Satans sei.

Zum Prozessauftakt in Frankfurt hatte Halil D. am vergangenen Freitag ein Ordnungsgeld kassiert, weil er sich aus Glaubensgründen nicht vor dem Gericht erhoben hatte. Am zweiten Verhandlungstag stand er beim Eintreten des Gerichts bereits und setzte sich später.

Der Vater zweier kleiner Kinder ist den Ermittlungen zufolge in Deutschland geboren, in Kassel aufgewachsen und hat bis 2014 in Frankfurt - ohne Abschluss - Chemie studiert. Der Mann habe von Hartz IV gelebt, für einen Pflegedienst gearbeitet und Kfz-Teile über das Internet verkauft. In seiner Wohnung fanden die Ermittler mehr als 23 000 Euro und wertvollen Schmuck. Halil D. ist nicht vorbestraft, fiel der Polizei aber seit 1997 mehrfach auf, vor allem wegen Körperverletzung und Verstößen gegen das Waffengesetz.

Der Angeklagte war ins Visier der Ermittler geraten, als er rund vier Wochen vor dem Radrennen mit seiner Frau in einem Frankfurter Baumarkt drei Liter Wasserstoffperoxid kaufte - eine mögliche Zutat für einen Sprengkörper. Dabei gab er falsche Personalien an. Die Verkäuferin alarmierte die Polizei. Das Paar gab später an, mit der Chemikalie Schimmel in der Wohnung bekämpfen zu wollen. Dafür sprechen den Ermittlern zufolge eine Sprühflasche mit der Chemikalie und ein Handy-Chat zur Schimmelbekämpfung.

Eindeutige Hinweise, dass aus dem Wasserstoffperoxid ein Explosionsmittel hergestellt werden sollte, hätten die Ermittlungen nicht ergeben. Die Observation des Mannes an der Radrennstrecke in der Nähe seiner Wohnung könne nicht "plausibel erklären, warum sich D. im Taunus aufgehalten hat", sagte der LKA-Ermittler.

dpa


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