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Gesellschaft

Dreirad und Rollator-Alarm: Seniorenmesse

Motorisierte Dreiräder, Balance-Liegen gegen Venenschwäche und Rückenschmerzen, Fahrgast-Begleitung im öffentlichen Nahverkehr und Rollator-Alarm: Rund 60 hessische Firmen, Verbände und Dienstleister stellen bei der Seniorenmesse SenNova in Frankfurt Produkte und Angebote vor, die älteren Menschen das Leben leichter machen sollen.
Rollator.

Rollator.

© Oliver Berg/Archiv

Frankfurt/Main. Darunter sind auch die Deutsche Herzstiftung, das Sozialministerium, die Stadt Frankfurt und der Deutsche Olympische Sportbund. Insgesamt zeigen Aussteller und Verbände aus ganz Deutschland an 230 Stände ihre Angebote.

Rentnerin Gunda Krauss ist mit ihrem motorisiertem "Easy Rider"-Dreirad schon von München nach Rügen gefahren ist. Das rund 6800 Euro teure Rehagerät sei bei MS-Patienten, aber auch für Menschen mit nur einem Bein beliebt, sagt der Inhaber des Dreirad-Zentrums in Frankfurt, Ingo Klein. Auf der Seniorenmesse probiert Krauss mit Rosemarie Killius auch das motorisierte Paralleltandem aus, bei dem nur der Fahrer "Herr seiner Sinne sein muss", wie Klein sagt. Der Beifahrerplatz sei für Patienten vom Schlaganfall bis zur Querschnittslähmung geeignet. Ob sie mittreten oder nicht, lässt sich programmieren. Etwa 5800 bis 9000 Euro kostet das Gefährt. "Sinn ist es, die Leute zurück in die Mobilität zu holen", sagt Klein. Außerdem biete es einen großen Gewinn an Lebensqualität.

Für einen Perspektivwechsel im Generationen-Konflikt wirbt das Frankfurter Lessing-Gymnasium. Schüler der 9. und 10. Klassen haben im Ethik- und Religionsunterricht eine Umfrage gestartet: Wie junge Menschen ältere sehen. Auf der Messe stellen sie nun die umgekehrte Frage und stellen dann die Ergebnisse vor, wie Lehrer Sven Wirtz erläutert.

Liegen zum Balancieren und Wippen sowie strumpfartige Barfußlaufschuhe bietet Oliver Kirsten von Mindworld in Frankfurt. Beides soll bei Venenleiden helfen. Die rund 3600 Euro teure Multifunktionsliege sei darüber hinaus noch bei Rückenschmerzen, Herz-Kreislauferkrankungen und depressiven Stimmungen hilfreich. "Ich atme über den Bauch und wiege mich wie ein Kind", beschreibt Kirsten die Funktion.

Einen kostenlosen Fahrgast-Begleitservice bietet die Verkehrsgesellschaft Frankfurt ältere Menschen, die nicht mehr allein U-Bahn oder Bus fahren können. Dafür soll spätestens am Tag zuvor ein Termin per Telefon vereinbart werden, ein Anspruch auf den Service gebe es allerdings nicht.

Ein Senioren-Trolley mit drei Rädern auf jeder Seite zeigt die Firma

www.safe4u.de aus Heidenrod (Rheingau-Taunus-Kreis). Damit lasse sich der Trolley auch Treppen hochziehen. Außerdem hat er einen ausklappbaren Sitz. "Wenn Sie mal ein Päuschen machen wollen", sagt Vertriebsleiter Michael Fisches. Zu seinem großen Sortiment an Alarm- und Notrufgeräten gehören auch kleine - 10 bis 25 Euro teure - Geräte, die sich am Rollator oder Gehstock befestigen lassen und im Bedrohungsfall aktiviert werden können. "Bei 130 Dezibel verschwinden dann die meisten", sagt Fisches.

dpa


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