Navigation:
Ticket-Shop Anzeigen- und Abo-Service

Landtag

Das "Wir-Gefühl" stärken: Anhörung zum Islamismus im Landtag

Wiesbaden (dpa/lhe) - Mehr Anerkennung und ein Gefühl der Zugehörigkeit zur Gesellschaft: Das sind nach Einschätzung von Experten Konzepte, um in Deutschland das Abgleiten muslimischer Jugendlicher in den islamistischen Strudel zu verhindern.
Der Islamwissenschaftler Mouhanad Khorchide.

Der Islamwissenschaftler Mouhanad Khorchide.

© Bernd Thissen/Archiv

Darüber waren sich am Freitag in Wiesbaden auf einer Experten-Anhörung im hessischen Landtag zum Thema Salafismus Pädagogen, Psychologen und Islamwissenschaftler einig.

Vertreter von Hessens Sicherheitsbehörden machten zugleich klar, dass angesichts des wachsenden Zulaufs die Salafisten eine massive Bedrohung darstellten. Allerdings seien die gewaltbereiten Dschihadisten auch innerhalb der Salafisten eine kleine Minderheit.

"Muslimische Jugendliche haben eine hohe Erwartung an uns", sagte der Religionspädagoge Mouhanad Khorchide. In Deutschland geboren und aufgewachsen, wollten sie eine Heimat. Wenn sie durch Ausgrenzung enttäuscht seien, präsentierten sie sich als "stolze Muslime", obwohl sie in der Regel gar nicht religiös seien. Von einer "ausgehöhlten Identität" sprach der Islamwissenschaftler aus Münster.

Khorchide will eine Stärkung des "Wir-Gefühls", das auch endlich Muslime einbeziehe. "Wir müssen aufhören, mit dem Finger aufeinander zu zeigen." Insofern sei die Würdigung des Islam als Teil Deutschlands durch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in dieser Woche ein "wichtiges Signal".

Alternativangebote könnten nach Ansicht von Pädagogen für Jugendliche Sportprojekte sein - von Fußball bis Boxen. Vor allem die Schulen sind gefordert. Wenn Jugendliche in der Schule das Wort "Scharia" benutzten, dürften diese nicht automatisch in die salafistische Ecke gestellt werden, forderte Jochen Müller vom Berliner Jugendkulturprojekt "ufuq.de". Die Scharia beinhalte auch einen Grundwertekodex wie Respekt und Gerechtigkeit.

Aber auch Müller weiß, dass der "Reparaturbetrieb Schule" nicht alles leisten kann. Gefordert ist also für eine Prävention auch eine bessere Jugendarbeit in den Moscheen, wie der Marburger Erziehungswissenschaftler Benno Hafeneger sagte. Und vor allem auch im Internet müsse dem Islamismus Paroli geboten werden, stimmten die Experten überein. Gerade der Salafismus schaffe es dort, mit seinen Botschaften auf die Popkultur einzugehen.

Rund 1500 Salafisten gibt es derzeit in Hessen - bundesweit gehört das Land damit zu den Schwerpunkten. Mit seinem im vergangenen Jahr initiierten Programm zur Prävention und De-Radikalisierung sieht sich das Bundesland als Vorreiter.

Unter den Dschihadisten, die von Hessen zum bewaffneten Kampf nach Syrien aufbrachen, waren nach Erkenntnissen der Polizei auch Schüler und Minderjährige. Einiges deute darauf hin, dass die ausgereisten jungen Menschen an der Schwelle zum Erwachsensein mit ihrem Leben unzufrieden waren, wie Gregor Dietz vom Landespolizeipräsidium bei der Anhörung berichtete.

Geplant ist jetzt auf Bundesebene der Ausweis-Entzug für Ausreisewillige. Über schärfere Gesetze wie den Entzug der Staatsbürgerschaft für Heimkehrer wird noch gestritten. Die Diskussion über den Islam dürfte also anhalten.

Eine weitere Zuspitzung halten die meisten Wissenschaftler aber für kontraproduktiv. Nach einer Studie der Bertelsmann-Stiftung empfinden derzeit 57 Prozent der Deutschen den Islam als Bedrohung. Beim Abbau der Ängste seien auch die islamischen Verbände und Imame gefordert, sagte Khorchide. Wie abstrus Misstrauen werden kann, berichtete der Marburger Orientalist Albrecht Fuess. So sei sein 18-jähriger Sohn gefragt worden, ob bei ihm zu Hause abends der Koran gelesen werde. Er sei darüber eher weniger belustigt gewesen, sagte Fuess.

dpa


Nächster Artikel
Nächster Artikel
Vorheriger Artikel
Voriger Artikel

Anzeige




Leseraktion




Gute Vorsätze




Jubiläum




Die Transfers im Landkreis




Sport-Tabellen




Spielerkader




zur Galerie

Fußballfotos vom Wochenende

Sonderveröffentlichungen




Spielplatz-Serie




LWL-Shop




Mit der OP durch das Gartenjahr




Blende 2016




Heimatprämie sichern!




Instagram

Schüler lesen die OP




Kommentare




OP kostenlos lesen




Der Online-Shop der OP




Städtewetter
Ihre Stadt/Ihr Ort
Tagestemperatur
°
Tiefsttemperatur
°
Regenprognose
%
Windstärke
km/h
Pollenflug
Ihre Wettervorschau
zur Galerie

Willkommen im Leben:

Die OP-Serien

Sehen Sie nicht zum Anbeißen aus? Das Rezept für den "Kuchen am Stiel" finden Sie im Text. Foto: Katharina Kaufmann-Hirsch Cake Pops

Leckere Lollies

Sie sind klein, rund, bunt und schmecken super süß – Cake Pops. Eigentlich sind die Kuchen-Lollies auch ganz einfach zu machen. Alles, was man dazu braucht, ist etwas Zeit. mehrKostenpflichtiger Inhalt



90 regionale Rezepte: Das Besser-Esser-Buch


Das Besser Esser Buch mit 70 regionalen Rezepten.

Die Grill-App der Oberhessischen Presse


Rostkost: Rezepte und Grilltechnik

Terra-Tech







  • Sie befinden sich hier: Landtag – Das "Wir-Gefühl" stärken: Anhörung zum Islamismus im Landtag – op-marburg.de