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Bouffier: Hauptschulabschluss ja, Hauptschule nein

Auch bei einer Abschaffung der Hauptschule sollen Schüler in Hessen künftig ihren Hauptschulabschluss machen können. "Der Hauptschulabschluss wird bleiben", sagte Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) am Samstag auf dem Landestag der Jungen Union in Obertshausen (Kreis Offenbach).
Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU).

Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU).

© Boris Roessler/Archiv

Obertshausen. In seiner Partei war Kritik laut geworden, die jüngst von der Landesschülervertretung vorgeschlagene Sekundarschule sei "die Einführung der Einheitsschule durch die Hintertür". Die schwarz-grüne Landesregierung hatte sich hinter den Vorschlag gestellt. In der "Sekundarschule" sollen Haupt- und Realschule zusammenfließen.

Bouffier entgegnete den Kritikern: "Wir geben die Hauptschule nicht auf, es gibt sie nur nicht mehr". Gerade einmal vier reine Hauptschulen gebe es noch in Hessen, drei in Frankfurt und eine in Wiesbaden.

Kultusminister Alexander Lorz (CDU) hatte am Montag den Vorschlag der Landesschülervertretung (LSV) unterstützt, demzufolge das Schulsystem künftig nur noch auf zwei Säulen ruht: Gymnasien und Gesamtschulen. Zum zweiten Bereich sollen auch die neuen "Sekundarschulen" zählen. Nur weil ein Vorschlag von der LSV komme, müsse er nicht falsch sein, sagte Bouffier am Samstag. Eine Änderung des dreigliedrigen Schulsystems in Hessen war in der CDU lange Zeit ein Tabuthema.

"Es geht nicht um die Hauptschule, es geht um die Hauptschüler", betonte Bouffier. Er bekannte sich zu einem ausdifferenzierten Schulsystem, in dem Schüler mit verschiedenen Fähigkeiten auch unterschiedliche Abschlüsse machen können. "Die Einheitsschule ist mit uns nicht zu machen", sagte er weiter.

Das Zwei-Säulen-Modell sieht vor, dass die Gymnasien in ihrer heutigen Form bestehenbleiben und es daneben die Gesamtschule gibt, die sich in drei Bereiche aufteilt: Die Kooperative Gesamtschule, die Integrierte Gesamtschule und eine "Sekundarschule", in der nach den Plänen die Haupt- und Realschule zusammenfließen.

Der bildungspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Christoph Degen, bezeichnete Bouffiers Rede als "schwere Hypothek" für eine mögliche Einigung beim Bildungsgipfel. Die CDU falle langsam wieder in ihre alten bildungspolitischen Rollenbilder zurück. "Die angebliche Kompromissbereitschaft der CDU in Bildungsfragen ist beim besten Willen nicht zu erkennen", sagte Degen.

Die künftigen Schulformen sind eines der zentralen Themen beim laufenden Bildungsgipfel. Die letzte Sitzung der Expertenrunde ist für den 17. Juli angesetzt.

dpa


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