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Bergbau

Beratungen über Salzabwasser-Pipeline in Nordhessen haben begonnen

Für den Bau einer Salzabwasser-Pipeline in die Nordsee hat am Dienstag in Kassel das Genehmigungsverfahren begonnen. Etwa 150 Personen nahmen an der Antragskonferenz beim Regierungspräsidium (RP) Kassel teil, wie die Behörde mitteilte.

Kassel. Vertreter von Kommunen, Träger öffentlicher Belange und von Naturschutzverbänden waren zur Konferenz erschienen. Beim Treffen sollte der Umfang der benötigten Unterlagen für das Raumordnungsverfahren besprochen werden.

Der Düngemittelhersteller K+S hat zwar noch keine Entscheidung zum Bau einer bis zu 450 Kilometer langen Pipeline getroffen, er will sich die Option aber offen halten. Die unterirdisch verlaufenden Rohre sollen aus dem Kali-Revier in Osthessen und Thüringen in die Nordsee nach Wilhelmshaven führen.

Die Antragskonferenz sei in einer sehr harmonischen Atmosphäre verlaufen, es habe auch erstaunlich wenige Anträge gegeben, berichtete das RP Kassel. Die Pläne seien konsensfähig. "Das Vorhaben "Rohrfernleitung zur Nordsee" ist dabei der Entsorgungsweg, der wahrscheinlich der umweltgerechteste und langfristig tragfähigste Weg ist", befand das RP. Im Übrigen sei auch das Experten-Gremium des Runde Tisches in seiner Empfehlung zu dem Ergebnis gekommen.

Für das Unternehmen K+S, das bei seiner Produktion unter anderem Salzabwasser anhäuft, wäre die Nordsee-Pipeline die kostspieligste der drei Varianten, die geprüft werden. Das Unternehmen rechnet allein mit Baukosten zwischen 600 und 900 Millionen Euro.

K+S bevorzugt weiter eine lokale Entsorgung. Dabei kann zum einen der Untergrund genutzt, weil noch bis Ende 2015 das Abwasser in tiefe Gesteinsschichten befördert werden darf. Zudem will K+S auch über das Jahr 2020 hinaus die Flüsse Werra und Weser zur Entsorgung nutzen.

K+S arbeitet daran, die Flüsse weniger als bislang zu belasten. Dazu laufen nun an drei Standorten des hessisch-thüringischen Kali-Reviers drei Großanlagen zum Gewässerschutz. Sie sind Teil eines Umwelt-Maßnahmenpakets, mit dem laut K+S rund 90 Prozent der bisher geplanten Abwassereinsparung erreicht werden sollen.

Die dritte Option zur Entsorgung der Salzabwässer ist die Oberweser-Pipeline. Es handelt sich dabei um eine verkürzte Rohrleitung (140 km), hauptsächlich in Nordhessen. Kosten: 200 bis 400 Millionen Euro. Gegen diese Methode regte sich zuletzt aber großer Widerstand.

Für die lange Nordsee-Pipeline sollen vier Korridore geprüft werden. Da die geplante Rohrleitung auch durch andere Bundesländer führt, stehen auch in Niedersachsen und NRW Raumordnungsverfahren an.

Bei der Antragskonferenz in Kassel wurden unter anderem Detailfragen der Trassenplanung erörtert. Eine Entscheidung zum Bau kann nach Angaben von K+S frühestens 2020 fallen. Das Unternehmen rechnet mit einer Bauzeit von zweieinhalb Jahren. Die Pipeline könne bis zu zehn Millionen Kubikmeter Wasser pro Jahr transportieren.

dpa


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