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Migration

Asylbewerberunterkunft und Gebetsraum mit Steinen beworfen

In der Nacht fliegen Steine in Florstadt. Es trifft das Wohnheim für Flüchtlinge und einen muslimischen Gebetsraum. Die Polizei ermittelt nun auch wegen Volksverhetzung.
Die Polizei ermittelt wegen Sachbeschädigung und Volksverhetzung.

Die Polizei ermittelt wegen Sachbeschädigung und Volksverhetzung.

© Friso Gentsch/Archiv

Florstadt/Friedberg. Eine Asylbewerberunterkunft in Florstadt (Wetteraukreis) ist in der Nacht zu Mittwoch mit Steinen beworfen worden. Dabei gingen drei Fensterscheiben zu Bruch, wie die Polizei in Friedberg berichtete. Auch zwei Fenster eines Gebetsraumes einer muslimischen Gemeinde wurden eingeschlagen. Ein Zusammenhang könne nicht ausgeschlossen werden. Die Beamten ermitteln nun wegen Sachbeschädigung und Volksverhetzung.

In dem Heim, in dem 18 Menschen gemeldet sind, wurde niemand verletzt. Beschädigt wurden die Scheiben der Küche und des Wohnzimmers, wie eine Polizeisprecherin weiter berichtete. Der Sachschaden beläuft sich auf rund 2000 Euro.

Weil am Tatort sowie im Ortskern von Florstadt Zettel mit entsprechenden Äußerungen gefunden wurden, vermutet die Polizei einen fremdenfeindlichen Hintergrund. Es werde zudem geprüft, ob es wegen des Inhalts auch um Anstiftung zu Straftaten gehe. In der Wetterau sei dies der erste Vorfall dieser Art, erklärte die Polizei auf Nachfrage.

Der Landesausländerbeirat verurteilte die Taten. "Rassismus und Gewalt dürfen in Hessen keinen Platz bekommen", sagte der Vorsitzende Enis Gülegen einer Mitteilung zufolge. Demnach zeigte er sich entsetzt, "wie schnell nach den Vorfällen in Sachsen es offenbar Nachahmer auch in Hessen gibt". Die Ermittlung der Täter müsse jetzt erste Priorität haben. Zudem brauche es "mehr Prävention und ausreichende rechtliche Instrumentarien, um gegen Fremdenfeindlichkeit wirksam vorgehen zu können".

Tatverdächtige gibt es in Florstadt noch nicht. Die durch die Steinwürfe aufgeschreckten Bewohner des Asylbewerberheims hätten zwei bis drei Männer in der Nähe beobachtet, teilte die Polizei mit. Ob es sich um die Täter handelt, war aber unklar.

dpa


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