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Luftverkehr

Al-Wazir will dauerhafte Lärmpausen am Frankfurter Flughafen

Die Landesregierung will die Anwohner von Deutschlands größtem Flughafen von Lärm entlasten. Dazu läuft ein groß angelegter Modellversuch. Auf den Alltag der Menschen hat er nach einer ersten Befragung allerdings bisher keinen große Auswirkungen.
Eine Passagiermaschine startet.

Eine Passagiermaschine startet.

© Boris Roessler/Archiv

Wiesbaden/Frankfurt. Hessens Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) will die probeweise eingeführten Lärmpausen am Frankfurter Flughafen so schnell wie möglich zur Regel machen. "Die Lärmpausen funktionieren reibungslos, die Lärmbelastung konnte messbar gesenkt werden und die Menschen wollen, dass wir die Lärmpausen beibehalten", bilanzierte der Minister am Donnerstag in Wiesbaden nach zehn Monaten Probebetrieb. Er werde sich daher in der Fluglärmkommission dafür einsetzen, dass die Lärmpausen in den Regelbetrieb übergehen.

Nach den ersten Mess- und Befragungsergebnissen zu dem Modellprojekt an Deutschlands größtem Flughafen konnten die Lärmpausen zu 96 Prozent am Morgen und zu 89 Prozent am Abend umgesetzt werden. Lediglich späte Gewitter am Abend oder Arbeiten an den Bahnen hätten zu Ausfällen geführt, erklärte der Geschäftsführer des Umwelt- und Nachbarschaftshauses, Günter Lanz.

Bei der Befragung der Anwohner gab die überwiegende Mehrheit allerdings an, durch die siebenstündigen Lärmpausen keine Veränderungen im Alltag zu spüren. 71 Prozent der Befragten hätten sich dennoch dafür ausgesprochen, die Lärmpausen weiter zu führen.

Bei der Lärmmessung habe sich am Morgen eine insgesamt deutliche Verbesserung ergeben. Abends profitiere der Norden stark, in der Region um Neu-Isenburg gebe es dagegen mehr Fluglärm für die Anwohner, berichtete der Experte. Nach den Messergebnissen des Umwelt- und Nachbarschaftshauses und von Fraport seien die Entlastungen am Morgen aber deutlich höher als die zusätzlichen Belastungen am Abend in dieser Region.

Seit Ende April 2015 werden am Frankfurter Flughafen Starts und Landungen zwischen 22.00 Uhr und 23.00 Uhr und zwischen 05.00 Uhr und 06.00 Uhr abwechselnd auf verschiedenen Bahnen gebündelt. Damit sollen Anwohner eine zusätzliche Stunde Ruhe bekommen. Der Test ist nur bei Westwind möglich. Von 23.00 bis 05.00 Uhr gilt ein sechsstündiges Nachtflugverbot.

Aus Sicht der Frankfurter Fluglärmkommission (FLK) sind die Lärmpausen hilfreich, aber nicht ausreichend. "Die Lärmpausen sind durchaus eine geeignete Maßnahme des aktiven Schallschutzes", sagte der FLK-Vorsitzende und Raunheimer Bürgermeister Thomas Jühe (SPD) auf Anfrage. Weit mehr verspreche er sich aber von Lärmobergrenzen, die die Landesregierung für den Flughafen erarbeiten will.

Die Kommission, die beratende Funktion hat und der Nachbarkommunen sowie die Luftwirtschaft und die Flugsicherung angehören, hatte im vergangenen Jahr ein neutrales Votum zu den Lärmpausen abgegeben und lediglich einen Probebetrieb befürwortet. Über eine abschließende Bewertung werde im FLK-Vorstand nun beraten, sagte Jühe. Die Sitzung der Kommission soll laut Al-Wazir am 9. März stattfinden.

Der hessische Landesverband des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) sprach von ersten kleinen Erfolgen durch die Lärmpausenregelung. Ziel sollte aber das vollständige Nachtflugverbot von 22 bis 6 Uhr sein, erklärte Vize-Geschäftsführer Thomas Norgall. Dafür sprach sich auch das BBI Bündnis der Bürgerinitiativen aus.

CDU-Fraktionschef Michael Boddenberg und der Grünen-Flughafen-Experte Frank Kaufmann werteten die Bilanz nach zehn Monaten Probebetrieb als Schritt in die richtige Richtung. Die Lärmbelastungen seien deutlich verringert worden. Die Landesregierung werde weiter alle möglichen und vertretbaren Schritte unternehmen, um für mehr Ruhe zu sorgen.

Die Opposition wertete die Präsentation des Verkehrsministers dagegen als Show-Veranstaltung mit Blick auf die Kommunalwahl im März. Die meisten Anwohner würden die Auswirkungen der Lärmpausen subjektiv gar nicht bemerken, monierten die Verkehrsexperten von SPD, Linken und FDP. Das Modell führe lediglich zu einer Umverteilung des Lärms, nicht aber zu einer Reduzierung.

"Natürlich sind die Lärmpausen kein Allheilmittel gegen den Fluglärm in der Region", sagte der Minister. "Aber sie sind ein wichtiger Baustein in unserer Strategie, die Belastungen Schritt für Schritt zu verringern." Al-Wazir kündigte ein zweites Maßnahmenpaket zum aktiven Schallschutz an, das im nächsten Jahr vorgelegt werden soll. Dabei werde auch geprüft, ob es in Kombination mit diesem Maßnahmenpaket möglich sei, auch bei Ostbetrieb am Frankfurter Flughafen Lösungen zu entwickeln. Damit könnten dann auch die Menschen in Raunheim, Flörsheim, Rüsselsheim und Mainz in den Randstunden entlastet werden.

dpa


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