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Energie

Al-Wazir hält große Stromtrasse durch Hessen für notwendig Von Thomas Maier, dpa

Hessen braucht Suedlink: Die Energiewende könne nur mit dem Bau der neuen Gleichstromtrasse erreicht werden, hieß die Botschaft von Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir am Donnerstag im Wiesbadener Landtag.
Hessens Wirtschaftsminister Al-Wazir.

Hessens Wirtschaftsminister Al-Wazir.

© Fredrik von Erichsen/Archiv

Wiesbaden. Schon jetzt werde an der Küste Windenergie vergeudet, während sie in den südlichen Bundesländern benötigt werde, sagte der Grünen-Politiker im Wirtschaftsausschuss. Außerdem gingen in den kommenden Jahren im Süden mehrere Atomkraftwerke vom Netz.

Die von der Bundesnetzagentur geplante Trasse soll ab 2022 über 800 Kilometer durch mindestens fünf Bundesländer - darunter auch Hessen - den Windstrom von Schleswig-Holstein nach Bayern bringen. Dessen Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) hatte angesichts Bürgerprotesten in seinem Land gegen den Bau der Trasse einen Planungsstopp gefordert. In Hessen - vor allem in dem von Suedlink betroffenen Norden des Landes - sieht die SPD-Opposition ebenfalls eine Verunsicherung.

Bisher gebe es für Hessen lediglich einen "Korridor" für den Verlauf der Trasse, sagte dazu Al-Wazir. Man werde die Planung aber "kritisch prüfen" und die Bürger frühzeitig einbeziehen, versprach Al-Wazir, der den bayerischen Widerstand mit der dortigen Kommunalwahl im März erklärte. Eine Erdverkabelung hält der starke Mann der hessischen Grünen auf gewissen Abschnitte für möglich, wenn dies ökonomisch machbar sei. Eine Erdverkabelung ist mit 5,6 Millionen Euro pro Kilometer laut Experten viermal so teuer.

Al-Wazir verspricht sich von der Trasse auch eine Entlastung des bestehenden Netzes. Diese könnten dann verstärkt den Strom aus der dezentral in Hessen erzeugten Windenergie aufnehmen. Die SPD forderte größte Transparenz und kündigte eine Anhörung zur Trasse im Landtag an. Dabei soll auch die Frage der Wirtschaftlichkeit Thema sein, sagte der Abgeordnete Timon Gremmels.

Linke-Fraktionschefin Janine Wissler äußerte Verständnis für Proteste in dem von Suedlink tangierten Wolfhagen. Die nordhessische Gemeinde beziehe ihre Energie zu 100 Prozent aus erneuerbaren Quellen und müsse jetzt wohl auch noch die Trasse verkraften - nur weil andere nicht so vorbildlich seien. Der FDP-Abgeordnete Jürgen Lenders kritisierte, dass die Landesregierung keine Strategie habe, mit der bayerischen Verweigerungshaltung umzugehen. Der CDU-Abgeordnete Peter Stephan sagte, man müsse für die Akzeptanz der Trasse bei der Bevölkerung werben.

dpa


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