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Migration

844 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge sind vermisst

Tauchen unbegleitete minderjährige Flüchtlinge ab, gibt es wenig Chancen auf ein Wiedersehen. Oft wollen sie sich der Verteilung in andere Bundesländer entziehen und machen sich dann alleine auf den Weg zu Bekannten.
Zwei Flüchtlingskinder.

Zwei Flüchtlingskinder.

© Sebastian Kahnert/Archiv

Wiesbaden. In Hessen sind 844 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge derzeit als vermisst registriert. Dabei handele es sich in den überwiegenden Fällen um Jugendliche aus Afghanistan, Eritrea, Syrien, Marokko, Algerien und Äthiopien, teilte eine Sprecherin des Wiesbadener Sozialministeriums am Donnerstag mit. Im vergangenen Jahr habe die Zahl der vermissten minderjährigen Flüchtlinge bei 610 im Land gelegen. 40 Fälle konnte die Polizei klären. 570 Jugendliche seien vermisst geblieben, bestätigte die Sprecherin einen Bericht des "Wiesbadener Kuriers".

Seit Beginn des Jahres seien weitere 83 Fälle gezählt worden, von denen fünf aufgeklärt wurden. Die übrigen Vermisstenmeldungen resultieren aus den Vorjahren. Für viele der Minderjährigen sei Deutschland nur ein Zwischenziel, erklärte die Ministeriumssprecherin die Entwicklung. Hauptbrennpunkt sei Hessens größte Stadt Frankfurt.

Da die minderjährigen Flüchtlinge ihren Aufenthaltsort nicht selbst bestimmen dürfen, werden sie laut Ministerium nach ihrer Ankunft in die Obhut der Jugendämter gegeben und dort Erziehungsberechtigten zugewiesen. Entziehen sie sich nach kurzer Zeit der Obhut ihres Vormundes, werden durch die Erziehungsberechtigten Vermisstenanzeigen bei der örtlichen Polizei erstattet. In der Regel erfolgt dann eine nationale und eine internationale Fahndungsausschreibung.

Da häufig das Verfahren zur Feststellung der Identität der Minderjährigen zu diesem Zeitpunkt noch nicht abgeschlossen ist, bestehe für die Polizei kaum Aussicht auf Erfolg bei der Suche, sagte die Sprecherin. Sind die Flüchtlinge volljährig geworden, werde die Fahndung nach einer Einzelfallprüfung in der Regel aufgehoben.

Von den in Hessen 2015 untergebrachten Flüchtlingen war nach Schätzungen rund ein Drittel jünger als 18 Jahre. Im Aktionsplan zur Flüchtlingshilfe der Landesregierung stehen rund 34 Millionen Euro für die Betreuung unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge bereit.

dpa


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