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Prozesse

40. Prozesstag gegen Ex-EBS-Präsident Jahns: kein Ende absehbar

Im Untreueprozess gegen den früheren Präsidenten der Privathochschule EBS, Christopher Jahns, ist weiter kein Ende in Sicht. Am Mittwoch verhandelte das Landgericht Wiesbaden zum 40. Mal seit Prozessbeginn im April 2013. Jahns, der alle Vorwürfe bestreitet, beklagte in einer Pause die lange Prozessdauer.
Mittlerweile beim 40. Prozesstag angelangt.

Mittlerweile beim 40. Prozesstag angelangt.

© Boris Roessler/Archiv

Wiesbaden. Die Stoßrichtung der Verhandlung hat sich in den vergangenen Monaten verändert. Zunächst ging die Anklage davon aus, dass Jahns 180 000 Euro von der privaten European Business School der früheren Schweizer Beratungsfirma BrainNet zugeschanzt haben soll. An dem Unternehmen war Jahns beteiligt. Die Staatsanwaltschaft sprach von Scheinrechnungen, für die keine Leistungen erbracht worden seien.

Dem widersprachen über die Monate Zeugen von BrainNet wie Zeugen von der EBS. Deutlich wurde, dass unter Jahns eng zusammengearbeitet wurde und es fast keine Abgrenzung zwischen Beratern und Hochschule gab. Die Leistungen von BrainNet sollen mehr wert gewesen sein als die beklagte Summe.

Der Vorsitzende Richter Jürgen Bonk hat zuletzt stärker nachgefragt wegen einer zweiten Kette von Rechnungen. Deklariert als Spesen, wurde Geld von BrainNet weiter überwiesen an Firmen, die Jahns direkt gehören. Jahns soll sich damit angeblich Investitionskosten zurückgeholt haben, die er in seiner Anfangszeit bei der EBS in den Aufbau des dortigen Supply Chain Management Institute (SMI) gesteckt habe.

Um diesen Vorwurf zu entkräften, stellte Verteidiger Alfred Dierlamm Ende Mai 21 neue Beweisanträge. Er beantragte auch die erneute Ladung bereits gehörter Zeugen. Dagegen erklärte Oberstaatsanwältin Gabriele Türmer am Mittwoch, die Zeugen hätten zu diesem Komplex bereits ausgesagt. Eine neue Vernehmung sei nicht notwendig. Eine Entscheidung des Gerichts steht noch aus.

Auch die hessische Landespolitik hat sich in den letzten Jahren mit der EBS beschäftigt. Das Land hat den Aufbau einer Jura-Fakultät, den Jahns betrieb, mit bislang 23 Millionen Euro bezuschusst. Doch das Jura-Angebot blieb hinter den Plänen zurück. Ein Teil des Geldes versickerte vermutlich im laufenden Betrieb der EBS. Die Hochschule hat Jahns nach den Untreuevorwürfen 2011 gekündigt.

dpa


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