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Geschichte

25 Prozent mehr Anfragen zu Nazi-Verfolgten 2015

Mehr als 15 000 Anfragen über Verfolgte des NS-Regimes - und damit ein Viertel mehr als 2014 - hat der Internationale Suchdienst (ITS) in Bad Arolsen im vergangenen Jahr erhalten.
Ein Mitarbeiter des ITS in Bad Arolsen im Archiv.

Ein Mitarbeiter des ITS in Bad Arolsen im Archiv.

© Uwe Zucchi/Archiv

Bad Arolsen. Die Zahlen zeigten, wie aktuell die Arbeit auch im 70. Jahr nach Kriegsende gewesen sei, teilte der ITS am Montag mit.

Grund dafür seien unter anderem Rentenanfragen für bisher ausgeklammerte Opfergruppen. Durch eine Änderung in der polnischen Gesetzgebung erhalten nun auch jüdische NS-Verfolgte Renten, die zur Zeit der Verfolgung in Polen waren, seitdem aber außerhalb des Landes leben. Auch die Reform der Ghettorenten in Deutschland sorgte für deutlich vermehrte Anfragen. Zudem gebe es ein gesteigertes Interesse aus der zweiten und dritten Generation, sagte eine Sprecherin.

Der Internationale Suchdienst ist eine der wichtigsten Aufklärungsstellen für die Familien von Nazi-Opfern. Beim ITS lagern rund 30 Millionen Dokumente aus Konzentrationslagern, Ghettos und Gestapo-Gefängnissen sowie Unterlagen über die Zwangsarbeit und die Migration infolge des Zweiten Weltkrieges, darunter Informationen über Anne Frank, Willy Brandt oder eine Kopie von "Schindlers Liste". Die Originaldokumente und die Zentrale Namenkartei des ITS gehören zum Unesco-Weltdokumentenerbe.

dpa


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