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Wie sich der US-Präsident informiert

Trumps kleine Welt Wie sich der US-Präsident informiert

Akten studieren, Berater anhören? Das scheint ihm zu kompliziert zu sein! US-Präsident Donald Trump reicht offenbar eine App auf seinem Smartphone, um sich eine Meinung zu bilden.

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Trump mag am liebsten Trump: Der Twitter-Account des US-Präsidenten.

Quelle: dpa

Washington. US-Präsident Donald Trump benötigt mehr Disziplin. Unbedachte Äußerungen wie seine „Feuer und Wut“-Attacke gegen Nordkorea, verstören das politische Washington, die USA und den Rest der Welt. Gleich drei frühere Generale sollen ihm daher dabei helfen, durch die Untiefen des Staatsamtes zu navigieren. Einer davon, John Kelly, Stabschef des Weißen Hauses, kanalisiert, mit wem der Präsident spricht oder welche Informationen er sieht.

Doch Trump hat eine Ausweichmöglichkeit: sein privates Smartphone, mit dem er telefonieren und twittert, ohne das irgendjemand ihn kontrollieren kann. Laut „Washington Post“ mag er es dabei sehr übersichtlich: Twitter, der Dienst für magere 140-Zeichen-Nachrichten, soll die einzige Info-App sein, die sich auf seinem Smartphone befindet.

Meinungsbildung mit 140 Zeichen

Auch sonst ist Trumps Welt ziemlich klein – neben Twitter verfolgt er lediglich die Nachrichten von Fox News, einem konservativem Nachrichtenkanal. US-Medien wiesen nach, dass Trumps verheerende Relativierungen des rechtsextremistischen Terrors in Charlottesville ziemlich genau der Argumentation folgten, die er zuvor bei Twitter und Fox News aufgeschnappt hatte.

Und für was interessiert sich der US-Präsident, wenn er Twitter aufruft? Um das herauszufinden, hat die „Washington Post“ den Account @trumps_feed geschaffen. Er verfolgt, auf welche Tweets Trump reagiert und retweetet – und gibt so einen Einblick, in welchem thematischen Dunstkreis der mächtigste Mann der Welt sich bewegt. Trump, so die Hitliste der Tweets, igelt sich elektronisch in der kleinen Welt von Familie, Freunden und Unterstützern ein. Auf Platz eins der Twitter-Antworten steht seine Tochter Ivanka, gefolgt von Sohn Donald Trump jr. und Pierce Morgan, einem britischen Journalisten und guten Freund, der als einer der ersten im Dezember 2015 Trumps Sieg bei der Präsidentschaftswahl prognostizierte. Es folgen Retweets mit weiteren Söhnen, Töchtern und Schwiegertöchtern, mit den Unternehmen seines Firmenimperiums und diversen Fox-News-Journalisten. Sein Vize-Präsident Mike Pence findet sich erst auf Platz 28 der Twitter-Antworten, der Account des Weißen Hauses rangiert sogar erst auf Platz 36.

Der US-Präsident schätzt sich selbst am meisten

Schlicht ist auch der Inhalt der Tweets: Trump und seine Freunde twittern fast ausschließlich über Trump selbst. Allein im August tauchte dessen Name 389-mal in den Antworten der User an Trump auf; das Wort „president“ immerhin 164-mal.

Für Stabschef John Kelly dürfte es schwer werden, in diesen abgeschotteten Kosmos vorzudringen.

Von Alexander Dahl/RND

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