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Umstrittenes Buch

Sicherheitsrisiko Sarrazin: Lesung in Hildesheim abgesagt

Walter Treppmacher hat sich die Entscheidung nicht leicht gemacht: Auf der einen Seite stand für den Geschäftsführer der Buchhandlung Decius in Hildesheim die, wie er sagt, Freiheit des Wortes, auf der anderen das Verantwortungsgefühl für seine Mitarbeiter und Besucher. Treppmacher hat sich entschieden – und die erste öffentliche Lesung von Bundesbankvorstand Thilo Sarrazin aus seinem umstrittenen Buch „Deutschland schafft sich ab“ abgesagt.
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Thilo Sarrazin (SPD): Autor des Buches „Deutschland schafft sich ab - Wie wir unser Land aufs Spiel setzen“.

Thilo Sarrazin (SPD): Autor des Buches „Deutschland schafft sich ab - Wie wir unser Land aufs Spiel setzen“.

© dpa

Bundesbankvorstand Thilo Sarrazin sollte Donnerstagabend in der Hildesheimer Decius-Filiale lesen. Die 200 Karten waren schon lange verkauft, doch Veranstalter Treppmacher hatte Sorge, trotz Polizeipräsenz und eines privaten Wachdienstes nicht für die Sicherheit der Besucher garantieren zu können. Im Vorfeld hatten Decius-Kunden und das Hildesheimer „Bündnis gegen Rechts“ gegen die geplante Lesung protestiert. Jetzt, sagt Treppmacher der HAZ, habe er Protestmails von Menschen erhalten, die sich über die Absage der Lesung beschwerten.

Hildesheims Oberbürgermeister Kurt Machens bedauerte die Absage der Lesung nicht. „Öffentlichkeit hat Herr Sarrazin schon jetzt erzielt, insofern brauchen wir uns keine Gedanken zu machen, dass Einsatzkräfte der Polizei das Recht auf Meinungsfreiheit schützen müssen.“

Der Decius-Geschäftsführer wünscht sich indes, dass die Diskussion über Sarrazin versachlicht wird. Dafür jedoch müsste man das Buch erst einmal lesen, was derzeit schwierig ist: In den hannoverschen Buchhandlungen ist es im Moment nicht zu erhalten. Zahlreiche Kunden haben den Titel vorbestellt, die Buchhändler warten auf Lieferungen des Verlags. Der Münchener Verlag DVA bringt heute die dritte Auflage mit 30.000 Exemplaren in den Handel, die ersten beiden Auflagen umfassten insgesamt 40.000 Stück. Eine vierte Auflage ist in Vorbereitung, sie soll Montag mit 80.000 Exemplaren in den Buchläden liegen.

Der Bundesbank-Vorstand, dem auch Sarrazin angehört, will den 65-Jährigen heute Vormittag zur Rede stellen. Das Gespräch über dessen umstrittene Äußerungen zu Migranten hatte die Spitze des Geldinstituts am Montag angekündigt. Es wird dem Vernehmen nach im Umfeld einer Routinesitzung in Frankfurt am Main stattfinden. Welche Konsequenzen das Gremium aus dem Gespräch zieht, gilt als offen. Allein mit einem Verstoß gegen den Verhaltenskodex der Notrenbank lasse sich ein Rauswurf Sarrazins juristisch nicht begründen, sagte der Vorsitzende des Bundesverbandes der Arbeitsrichter, Joachim Vetter. „Voraussetzung dafür wäre eine gravierende dienstliche Verfehlung“, sagte Vetter weiter. Es sei aber mehr als fraglich, ob sich diese aus privaten Meinungsäußerungen ohne Zusammenhang mit dem Amt herleiten lasse.

Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Maria Böhmer (CDU), erklärte gestern, Sarrazin spreche in einer „unangemessen polemischen Form“ und sei als Bundesbank-Vorstand nicht mehr tragbar.

mit ap

[Martina Sulner]

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  • Mittelstand ist ausgepresst wie eine Zitrone Ich (48) – 01.09.10
    Sarrazin hält unseren PolitikerInnen einen Spiegel ihres Versagens vor und das können sie n icht ertragen. So wollen sie Sarrazin verleugnen und eine eine rechte Ecke drängen. Wenn aber sogar akdemisch gebildete Muslime Herrn Sarrazin recht geben, Leute dann muss doch was in unserem Land nicht stimmen. Wir können uns keine Nageldesigner, Autoaufbereiter, Türsteher und vor allen Dingen kleine Machos nicht mehr leisten. Und das Volk will es auch gar nicht. Mit überwiegender Mehrheit geben die Umfragen Herrn Sarrazin doch recht. Und dass die Vertreter so mancher Religionen auf Herrn Sarrazin eindreschen, das liegt doch auf der Hand. Das machen die immer, wenn man nur was von Deutschland und Arbeiten oder Bildung sagt. Leute Leute, passt auf, dass das alles nicht kippt. Die Zeichen sehe ich leider schon. Der Mittelstand in Deutschland ist ausgepresst worden wie eine Zitrone; mehr geht nicht mehr.

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