Einigkeit: Giorgos Papandreou und Angela Merkel in Berlin.
Darüber verständigten sich Freitagabend Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und der griechische Premier Giorgos Papandreou in einem Gespräch in Berlin.
Die Kooperation soll sich auf viele Bereiche erstrecken wie Umwelt, Klimaschutz, Energie und Zuwanderungspolitik, aber auch Fragen wie das Verhältnis der Bürger zum Staat berühren. Der Ministerpräsident bedankte sich für das Angebot und erklärte: „Wir wollen Griechenland auf einen neuen Weg bringen.“
Papandreou warb in Luxemburg und Berlin um eine politische Flankierung seiner Bemühungen um Stabilität, während in seiner Heimat die Verabschiedung eines neuen Sparpaketes von gewalttätigen Zusammenstößen begleitet wurde. Beide Politiker bekräftigten, dass Griechenland Deutschland nicht um finanzielle Hilfe bei der Bewältigung seiner Schuldenprobleme gebeten habe.
„Diese Frage stellt sich nicht“, betonte die Kanzlerin und fügte hinzu, sie sei zuversichtlich, dass sie sich auch künftig nicht stellen werde. Sie lobte die griechische Regierung für ihren „mutigen Kurs“ und verwies darauf, dass er Wirkung zeige. Die neue griechische Staatsanleihe sei auf reges Interesse gestoßen.
Scharf wandte sich die Kanzlerin gegen die „Spekulanten, die zunächst das Haus ihres Nachbarn versichern, um es anschließend zu zerstören, um daran noch Geld zu verdienen.“ Ausdrücklich nannte sie das Instrument der Kreditversicherungen (CDS) als sie erklärte: „Wir müssen es schaffen, Spekulanten das Handwerk zu legen.“ Merkel kündigte Initiativen auf der Ebene der G-20-Staaten an und sprach von der Notwendigkeit, die USA dafür zu gewinnen.
Beide Politiker sprachen von tiefer Freundschaft zwischen beiden Ländern und wandten sich gegen Versuche, negative Emotionen zu schüren. Ausdrücklich distanzierte sich Merkel von dem Vorschlag eines Unionsabgeordneten, griechische Inseln zu verkaufen, um die Krise zu lösen.
Zuvor hatte sich Papandreou mit dem luxemburgischen Regierungschef und Vorsitzenden der Euro-Gruppe, Jean Claude Juncker beraten. Juncker bekräftigte die Verabredung der europäischen Staats- und Regierungschefs, „dass, wenn notwendig, Maßnahmen getroffen werden, um die Finanzstabilität im Euroraum sicherzustellen“.
(mit dpa/ap)
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