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Grundschüler schneiden schlecht ab

Bildungsstudie Grundschüler schneiden schlecht ab

Viertklässler an deutschen Grundschulen haben heutzutage mehr Probleme in Mathe, Zuhören und Orthografie als noch vor fünf Jahren. Das belegt der IQB-Bildungstrend 2016. Nur die Lesekompetenz ist stabil geblieben.

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Die Lesekompetenz hält das Niveau von 2011.

Quelle: dpa

Berlin. Grundschüler der vierten Klasse haben heutzutage mehr Probleme in den Bereichen Zuhören, Orthografie und Mathematik als noch 2011. Das ergibt der IQB-Bildungstrend 2016, der an diesem Freitag in Berlin vorgestellt wurde. Die Lesekompetenz der Grundschülerinnen und Grundschüler ist im Vergleich zu 2011 aber weitgehend stabil geblieben.

Die Präsidentin der Kultusministerkonferenz Susanne Eisenmann verweist auf den gestiegenen Anteil an Kindern mit Migrationshintergrund. „Seit 2011 haben sich die Bedingungen in den Schulen gewandelt. Insbesondere die zunehmend heterogen zusammengesetzte Schülerschaft stellt alle Länder und die Ländergemeinschaft vor große Herausforderungen. Die Ergebnisse der Studie zeigen einen bundesweiten Handlungsbedarf bei der Förderung in den Kernfächern Deutsch und Mathematik.“

Nur noch 62 Prozent erreichen die Regelstandards in Mathe

Im Bereich Zuhören und Orthografie ist der Anteil der Kinder, die die Regelstandards erreichen von 74 auf 68 Prozent gesunken, im Bereich Orthografie von 65 auf 55 Prozent. Auch in der Mathematik ist der Trend negativ: Der Anteil der Viertklässler, der die Regelstandards erreicht, ist von 68 auf 62 Prozent gesunken. Beispielaufgaben, die die Schüler lösen mussten, können Sie hier einsehen.

Mädchen schnitten besser im Fach Deutsch ab, insbesondere im Bereich Orthografie. Jungen erzielen im Durchschnitt bessere Leistungen im Fach Mathematik. Schüler mit Zuwanderungshintergund erreichten sowohl in Mathe als auch in Deutsch schlechtere Ergebnisse. Das sei allerdings zum Teil auch durch soziale Hintergrundmerkmale zu erklären, heißt es in einem Positionspapier der Kultusministerkonferenz.

Der IQB-Bildungstrend 2016 wurde im Auftrag der Kultusminister der Länder vom Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen der Humboldt-Universität zu Berlin erstellt. An der Studie hatten rund 30 000 Schülerinnen und Schüler der vierten Jahrgangsstufe aus allen 16 Ländern teilgenommen.

Lehrermangel entgegentreten

Am Donnerstag hatte sich die Kultusministerkonferenz (KMK) bereits auf Maßnahmen zur Gewinnung von mehr neuen Lehrern verständigt. Die KMK hatte festgestellt, dass insbesondere die Grundschulen, die Sonderpädagogik und die beruflichen Schulen von Lehrermangel betroffen seien. Es sei außerdem zu erwarten, dass sich die Situation aufgrund der im Sommer 2015 nach Deutschland neu zugewanderten Kindern und Jugendlichen noch verschärfen wird. Nun solle unter anderem eine Stärkung der Berufs- und Studienorientierung geprüft werden – mit dem Ziel, dass mehr junge Menschen ein Lehramtsstudium aufnehmen.

Hamburgs Schulsenator Ties Rabe (SPD) zeigte sich offen dafür, verstärkt Uniabsolventen ohne Lehramtsstudium einzustellen. Geklärt werden müsse: „Was lassen wir zu?“ Um die Situation dauerhaft zu entschärfen, müssten die Ausbildungskapazitäten erhöht werden.

Von ang/dpa/RND

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