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Bundeskanzlerin Merkel fordert strikte Kontrollen von Waffen

Nach Amoklauf Bundeskanzlerin Merkel fordert strikte Kontrollen von Waffen

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat nach dem Amoklauf in Winnenden striktere Kontrollen bei Waffenbesitzern gefordert. „Wir müssen alles tun, um zu schauen, dass Kinder nicht an Waffen kommen“, sagte Merkel am Sonntag dem Deutschlandfunk.

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Bundeskanzlerin Angela Merkel

Quelle: Steffi Loos/ddp

Über die ärztliche Behandlung des Amokläufers Tim K. gibt es weiterhin widersprüchliche Angaben.

Mit Blick auf die Aufbewahrung von Waffen und Munition seien auch unangemeldete Kontrollen möglich, sagte Merkel weiter. Die Bundeskanzlerin plädierte für mehr Aufmerksamkeit für „alle jungen Menschen - das gilt für Eltern, das gilt für Erzieher“.

Auch Bundespräsident Horst Köhler forderte in den „Ruhr Nachrichten“ vom Samstag mit Blick auf den 17-jährigen Amokläufer „darüber nachzudenken, ob wir unseren Mitmenschen immer die notwendige Aufmerksamkeit entgegenbringen“. Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) will laut „BamS“ am Dienstag im Münchener Kabinett “über das Killerspielverbot, über die Aufbewahrung von Waffen und vor allem über mehr Prävention beraten“. Der parlamentarische Geschäftsführer der Grünen, Volker Beck, erklärte in Berlin, es sei nicht notwendig, dass Sportschützen ihre Waffen zu Hause aufbewahrten.

Der Anwalt der Eltern von Tim K., Achim Bächle, sagte der „BamS“, der Junge sei nicht psychotherapeutisch behandelt worden. „Wir erwägen, strafrechtliche Schritte gegen den Arzt einzuleiten. Er hat seine Schweigepflicht gebrochen.“

Der Ärztliche Direktor des Klinikums am Weißenhof in Weinsberg, Matthias Michel, hatte dagegen erklärt, dass Tim K. im Jahr 2008 fünf Mal in der Klinik gewesen und auf „ambulanter Basis“ behandelt worden sei. Dabei seien mehrere Tests gemacht worden, sagte er dem SWR. Tim K. sei eine weitere Behandlung in dessen Heimatort Winnenden empfohlen worden. Doch dies habe der Jugendliche abgelehnt. Dem Stuttgarter Innenminister Heribert Rech (CDU) zufolge hatte ein Musterungsschreiben der Bundeswehr den Hinweis auf die Behandlung des Jungen wegen Depression erbracht.

Laut „Spiegel“ spielte der Tim K. am Abend vor der Tat am Computer rund zwei Stunden lang ein Killerspiel. Die Auswertung des Computers habe ergeben, dass Tim K. um 19.30 Uhr das Killerspiel „Far Cry 2“ startete und den PC gegen 21.40 Uhr ausschaltete. Der Junge habe auch die Schießspiele „Counterstrike“ und „Tactical Ops“ installiert. Zudem seien etwa 200 Pornobilder gefunden worden.

Wie der „Spiegel“ weiter berichtete, gibt es allein unter den Neuntklässlern in Deutschland mehr als 14.000 Jugendliche, die nach medizinischen Kriterien computerspielsüchtig sind, mehr als 23.000 gelten als stark gefährdet. Das ist das Ergebnis der größten deutschen Jugendstudie zur Nutzung von Computerspielen, die das Kriminologische Forschungsinstitut Niedersachsen (KFN) durchgeführt hat.

afp

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