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Baden-Württemberg nimmt Forscher auf

US-Einreisesperre Baden-Württemberg nimmt Forscher auf

In die USA dürfen sie nicht. Aber nach Baden-Württemberg: Das Bundesland nimmt drei verfolgte Wissenschaftler aus dem Iran und Syrien auf, die wegen des US-Einreiseverbots und der folgenden Unsicherheiten nicht in die Vereinigten Staaten einreisen können.

Baden-Württemberg nimmt wegen des umstrittenen US-Einreiseverbots und den daraus folgenden Unsicherheiten verfolgte Wissenschaftler auf.

Quelle: dpa

Stuttgart. Baden-Württemberg werde die Wissenschaftler, die auf der Flucht und in einer Notlage seien, an den Universitäten Heidelberg, Stuttgart und Tübingen beschäftigen, teilte das Wissenschaftsministerium am Mittwoch mit.

Derzeit tobt um das von US-Präsident Donald Trump verfügte Einreiseverbot ein Rechtsstreit mit offenem Ausgang. Wie Baden-Württembergs Bildungsministerium berichtetem, hatten die drei Forscher konkrete Aufnahmezusagen an US-Universitäten, konnten dann aber nicht einreisen. Sie hätten Visaanträge gestellt, diese aber nach der Einreisesperre nicht bekommen, berichtete ein Ministeriumssprecher. Einige Forscher seien an Flughäfen etwa in der Türkei gestrandet.

Trump hatte unter anderem einen 90-tägigen Einreisestopp für Menschen aus sieben islamisch geprägten Ländern verfügt. Später setzte ein Gericht den Erlass aus. Seitdem hält das juristische Tauziehen um das Einreiseverbot an. Das Berufungsgericht in San Francisco will in den nächsten Tag ein Urteil fällen.

Bauer: Ein Zeichen für die freie Wissenschaft

„Wir lassen Forscher, die aufgrund ihrer Tätigkeit verfolgt werden, nicht im Stich und wir geben ihnen die Möglichkeit, ihre Arbeit frei und ohne Angst bei uns fortzusetzen“, sagte Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (Grüne). Sie sei von einer US-Partnerorganisation angerufen und um dringende Hilfe gebeten worden aufgrund „der neuen Lage“ in den USA. Sie wolle ein Zeichen setzen, dass die freie Wissenschaft ein wichtiges Gut sei, sagte Bauer.

Bei den drei Wissenschaftlern handelt es sich um einen iranischen Politologen, der nun an die Universität Heidelberg kommt. Ein syrischer Elektroingenieur soll an der Uni Stuttgart arbeiten, ein weiterer iranischer Wirtschaftswissenschaftler am Lehrstuhl Vorderer Orient und Vergleichende Politikwissenschaften in Tübingen. Sie sollen an den Hochschulen ihre Forschung fortsetzen können.

Die Stellen für die drei Forscher werden aus dem Baden-Württemberg-Fonds für verfolgte Wissenschaftler finanziert. Die Mittel dafür kommen von der Baden-Württemberg-Stiftung und der Max-Jarecki-Stiftung in New York. An der Finanzierung der aktuellen Notfälle beteiligt sich laut Wissenschaftsministerium zusätzlich das Institute of International Education (IIE), das auch in New York sitzt.

Von dpa/RND

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