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Über 30.000 Wildtiere sterben auf Niedersachsens Straßen

Statistik zu WIldunfällen Über 30.000 Wildtiere sterben auf Niedersachsens Straßen

Jedes Jahr kommen bis zu 20 Menschen bei Wildunfällen ums Leben. Vor allem mit Rehen gibt es immer wieder Kollisionen. In Niedersachsen ist die Zahl der Unfälle sogar gestiegen. Können Reflektoren helfen?

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Wildunfall an der Bundesstraße 244 zwischen Helmstedt und Schöningen.

Quelle: dpa

Hannover.  In Niedersachsen ist die Zahl der Wildunfälle gestiegen. Wie ein Sprecher der Landesjägerschaft am Rande der am Donnerstag begonnen Messe „Pferd und Jagd“ sagte, stieg die Zahl des im Straßen- oder Schienenverkehr getöteten Rehwilds von 25.283 Tieren im Jagdjahr 2015/16 auf 28.709 Tiere im Zeitraum 2016/17 an. Beim Rotwild wurden den jüngsten Zahlen zufolge 163 Tiere getötet (15/16: 137), beim Damwild 983 (865) Tiere, beim Muffelwild 7 Tiere (4) und beim Schwarzwild 2368 Tieren (1764). Allerdings gilt die Dunkelziffer bei Wildunfällen als hoch, weil etwa Kollisionen mit Hase, Fuchs und Dachs wegen der geringen Schäden an den Autos nur selten gemeldet werden.

Bundesweit gab es im vergangenen Jagdjahr mehr als 228 000 Wildunfälle. Damit lagen die Zahlen ähnlich hoch wie im Jahr zuvor, teilten der Deutsche Jagdverband (DJV) und der ADAC am Donnerstag in Hannover mit. Die versicherten Sachschäden seien auf zuletzt rund 680 Millionen Euro gestiegen. Nach Angaben der Versicherer waren es 2016 mehr als je zuvor. 

 Hauptverursacher blieben nach Angaben von DJV-Sprecher Torsten Reinwald mit großem Abstand die Rehe (85,5 Prozent), gefolgt von Wildschweinen (11,5 Prozent) und Hirschen (rund 3 Prozent). Jedes Jahr kämen dabei bis zu zwanzig Verkehrsteilnehmer ums Leben, etwa 2500 würden verletzt. Ein Jagdjahr dauert vom 1. April bis zum 31. März. Die Zahlen wurden anlässlich einer Fachtagung zum Thema „Reflektoren wirken/nicht“ vorgestellt. Rund 200 Experten sprachen dabei am Rand der Messe Pferd & Jagd über die oft an Leitpfosten angebrachten Wildwarnreflektoren. Das reflektierte Licht der Scheinwerfer soll die Tiere von der Straße abhalten. 

 

 „Die Wirksamkeit von Reflektoren wird nach wie vor kontrovers diskutiert“, berichtete Reinwald. „Es gibt Hinweise, dass sie helfen können.“ Das habe etwa eine 5-Jahresstudie in Schleswig-Holstein ergeben. „Allerdings ist die Wirkweise nicht geklärt“, sagte der DJV-Sprecher. „Es gibt auch Studien, die zeigen, dass häufig eingesetzte blaue Wildwarnreflektoren rein physikalisch nicht funktionieren.“ Deshalb bestehe weiterhin Forschungsbedarf, um die Vermeidung von Wildunfällen zu verbessern. 

 Nach Zahlen des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) von Anfang November wurden den Versicherern im Kalenderjahr 2016 bundesweit sogar 264.000 Wildunfälle gemeldet, also rund 720 am Tag. Das waren laut GDV mehr als je zuvor. Mit fast 682 Millionen Euro erreichte auch der Sachschaden einen Rekord. 

„Wildtiere kennen keine Verkehrsregeln“

 Ein neues Projekt soll die Straßen für Mensch und Tier sicherer machen. „Seit dem vergangenen Frühjahr können Verkehrsteilnehmer über das Tierfundkataster erstmals bundesweit Wildunfälle ortsgenau eintragen - auch per App“, sagte Reinwald. Bereits mehr als 40 000 Daten lägen unter  tierfund-kataster.de vor. „Um etwas gegen die Unfälle zu tun, muss ich wissen, wo sie stattfinden und was die Ursache ist. erst dann kann ich die Straßenabschnitte entschärfen.“ 

 „Wildtiere kennen keine Verkehrsregeln, sie müssen über Straßen wandern, etwa um zu fressen oder Partner zu finden“, sagte DJV-Präsidiumsmitglied Wolfgang Heins. „Der beste Schutz gegen Wildunfälle sind angepasste Geschwindigkeit und vorausschauendes Fahren“, riet Ulrich Klaus Becker, ADAC-Vizepräsident für Verkehr.

Von Peer Körner/dpa

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