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Weiteres Kühlsystem in Fukushima kollabiert

Live-Ticker Weiteres Kühlsystem in Fukushima kollabiert

Die Nachrichten aus der Atomanlage Fukushima werden immer bedrohlicher. Es hat eine neue Explosion gegeben, in einem weiteren Reaktor ist das Kühlsystem zusammengebrochen. Alle Infos im Live-Ticker.

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Nach einem heftigen Nachbeben mit anschließender neuer Tsunami-Warnung erschütterte eine neue Explosion in einem Atomreaktor das Unglückskraftwerk in Fukushima.

Quelle: dpa

8.37 Uhr: Wasserstand in Reaktor 2 fällt

Die Kühlung im Reaktor 2 des Kernkraftwerks Fukushima Eins ist ausgefallen, der Kühlwasserstand sinkt weiter. Der Wasserstand soll allerdings noch oberhalb der Brennstäbe liegen, berichtete die Nachrichtenagentur Kyodo am Montag. Dadurch sei zurzeit die Gefahr einer Überhitzung noch gering. Regierungssprecher Yukio Edano versicherte, die Einleitung von Meerwasser zur Kühlung werde vorbereitet.

8.02 Uhr: In Tokio steht der Bahnverkehr still

Das Nachbeben am Morgen (Stärke 6,2) hat den Bahnverkehr in Tokio zum Erliegen gebracht. Japan Rail, der größte Verkehrsbetrieb des Landes, hat alle Stadtlinien bis auf vier eingestellt. Und auch diese sind teilweise unterbrochen. Reisende drängen sich in den Stationen und warten geduldig in langen Schlangen, um doch noch einen Platz in einem Zug zu ergattern.

7:52 Uhr: China will Atomenergie massiv ausbauen

Ungeachtet der aktuellen Atomkatastrophe in Japan hat Chinas Volkskongress am Montag mit dem neuen Fünf-Jahres-Plan einen massiven Ausbau der Kernenergie beschlossen. Bis 2015 soll mit dem Bau von weiteren 40 Gigawatt an Kapazitäten begonnen werden. Im Moment hat China 13 Atomreaktoren mit einer installierten Kapazität von 10,8 Gigawatt in Betrieb. Bis 2020 sollen die gegenwärtigen Atomkapazitäten sogar um das Achtfache steigen, berichten chinesische Staatsmedien.

7.39 Uhr: Offenbar Kühlsystem in Reaktor 2 ausgefallen

Offenbar ist in der Atomanlage Fukushima bei einem weiteren Reaktor das Kühlsystem zusammengebrochen. Die Kühlung von Reaktor 2 funktioniere nicht mehr, teilte der Kraftwerksbetreiber Tepco nach Angaben der Nachrichtenagentur Jiji mit.

 

6.51 Uhr: Zentralbank stockt Finanzspritze auf

Die japanische Zentralbank hat ihre Unterstützung zur Beruhigung der Finanzmärkte noch einmal ausgeweitet. Die Bank of Japan (BoJ) werde nunmehr die Rekordsumme von 18 Billionen Yen (rund 157 Milliarden Euro) in den Geldmarkt pumpen, berichtete die Nachrichtenagentur Kyodo. Am Morgen hatte die Notenbank bereits sieben Billionen Yen zur Verfügung gestellt. Später erhöhte sie die Finanzspritze auf 15 Billionen, dann noch einmal auf 18 Billionen Yen. Laut Kyodo stehen dem Geldmarkt davon 15 Billionen Yen sofort zur Verfügung, weitere drei Billionen Yen sollen am Mittwoch folgen.

6.12 Uhr: US-Flugzeugträger in radioaktiver Wolke

Der US-Flugzeugträger "USS Ronald Reagan" ist durch eine radioaktive Wolke gefahren, die von den japanischen Atomreaktoren stammen soll. Mehrere Crewmitglieder hätten binnen einer Stunde eine Monatsdosis Strahlung abbekommen, berichtete die US-Zeitung "New York Times" und beruft sich dabei auf Regierungskreise. Hubschrauber hätten am Sonntag zudem etwa 100 Kilometer vom japanischen Kernkraftwerk Fukushima entfernt kleine Mengen radioaktiver Partikel gemessen. Die Stoffe würden noch analysiert. Dem Bericht zufolge werden darunter Cäsium-137 und Jod-121 vermutet.

5.51 Uhr: Regierung versucht zu beruhigen

Ein erneute Explosion im Reaktor Nummer 3 des Atomkraftwerks Fukushima hält die japanische Regierung derzeit für unwahrscheinlich. Das Risiko sei gering, sagte Regierungssprecher Yukio Edano. Der zentrale Kontrollraum des Reaktors sei unbeschädigt. Nach der Wasserstoffexplosion am Morgen sei nur eine kleine Veränderung der radioaktiven Strahlung festgestellt worden, fügte er hinzu. Die Gefahr, dass massenweise radioaktive Substanzen verbreitet würden, sei ebenfalls gering.

5.33 Uhr: Japanische Börse bricht ein

Am ersten Handelstag nach dem verheerenden Erdbeben haben die japanischen Aktienmärkte dramatische Verluste erlitten. Der Nikkei-Index für die 225 führenden Werte stürzte am Montag unter die psychologisch wichtige 10.000-Punkte-Marke. Im Morgenhandel verlor der asiatische Leitindex 4,53 Prozent auf 9789,55 Punkte. Nach Meldungen über eine neue Explosion im Unglückskraftwerk Fukushima sank der Nikkei weiter auf ein Minus von rund 6 Prozent.

5.09 Uhr: Zahl der Verletzten steigt auf elf

Nach neuesten Angaben des AKW-Betreibers Tepco sind bei der Explosion im Fukushima-Reaktor Nummer 3 elf Menschen verletzt worden.

4.46 Uhr: Strahlenwerte am AKW unverändert

Die zweite Explosion im Kernkraftwerk Fukushima I hat offenbar keine größeren Mengen Radioaktivität freigesetzt. Zumindest wurden keine veränderten Strahlenwerte um den Komplex gemessen, wie die Regierung mitteilte.

4.31 Uhr: Mehrere Arbeiter verletzt

Bei der neuen Explosion im Atomkraftwerk Fukushima I sind nach unterschiedlichen Angaben zwischen drei und sechs Arbeiter verletzt worden. Sieben würden noch vermisst, erklärten Vertreter der Betreiberfirma Tepco. Sechs der Vermissten gehören demnach der Armee an.

4.19 Uhr: Strahlenmessung jetzt auch in Tokio

Der Gouverneur von Tokio hat am Montag auch eine Strahlenmessung in der Hauptstadt angeordnet. Sie soll klären, ob durch die neue Explosion im Atomkraftwerk Fukushima I, das etwa 240 Kilometer nordöstlich der Millionenstadt liegt, radioaktive Strahlung bis Tokio gelangt sein könnte.

4.13 Uhr: Wetterbehörde gibt Tsunami-Entwarnung

Das schwere Nachbeben hat nach Angaben der Wetterbehörde keinen Tsunami ausgelöst. Zuvor hatte die Regierung vor einem Tsunami mit meterhohen Wellen in der nordöstlichen Präfektur Iwate und in Fukushima gewarnt. Das Nachbeben am Montag hatte die Stärke 6,2. Das Epizentrum lag 140 Kilometer nordöstlich von Tokio.

4.02 Uhr: AKW-Betreiber berichtet von Verletzten

Bei der Explosion in Reaktor 3 des Kernkraftwerks Fukushima I hat es offenbar mehrere Verletzte gegeben. Das berichteten Vertreter der Betreiberfirma Tepco. Regierungssprecher Yukio Edano hatte dagegen noch Minuten zuvor erklärt, es habe keine Verletzten gegeben.

3.52 Uhr: Reaktorhülle angeblich intakt

Trotz der erneuten Explosion im Atomkraftwerk Fukushima I soll die Stahlhülle um den betroffenen Reaktor intakt sein. Das teilte Regierungssprecher Edano unter Berufung auf die Betreiberfirma Tepco mit. Es sei unwahrscheinlich, dass eine größere Menge Radioaktivität ausgetreten sei. Die Menschen im Umkreis von 20 Kilometern um das Unglückskraftwerk sollten trotzdem in ihren Häusern bleiben - trotz einer Evakuierungsanordnung sollen sich noch etwa 600 Menschen in dem Gebiet befinden.

Techniker hätten am Sonntag noch versucht, den Reaktor mit Meerwasser abzukühlen, so Edano. Jedoch sei der Wasserstand abgesunken, was zu weiterem Druck führte. Die Explosion sei mit der vergleichbar, die sich am Samstag in Reaktor 1 ereignet hatte.

3.23 Uhr: Weitere Explosion in Fukushima I

Im japanischen Unglückskraftwerk Fukushima I hat sich nach offiziellen Angaben erneut eine Wasserstoffexplosion ereignet. Betroffen sei der Reaktor 3 der Anlage, teilte die Atombehörde mit. Auf Fernsehbildern war zu sehen, wie Rauch aus dem Reaktor aufsteigt.

3:13 Uhr: Neuer Tsunami erwartet

Nach dem schweren Nachbeben vor der Küste haben die Behörden vor einem neuen Tsunami gewarnt. Er soll drei Meter hohe Wellen mit sich bringen, wie mehrere Nachrichtenagenturen melden. Dem Fernsehsender NHK zufolge könnte die Welle bereits in Kürze eintreffen. Die japanische Wetterbehörde teilt indes mit, sie habe keinen Tsunami registriert.

3.07 Uhr: Notenbank verdoppelt Finanzspritze

Die japanische Notenbank erhöht ihre Geldspritze für die Markt auf 15 Billionen Yen (132 Milliarden Euro), wie die Nachrichtenagentur Kyodo berichtet. Kurz nach Börseneröffnung hatte die Bank of Japan am Morgen zunächst 7 Milliarden Yen in den Markt gepumpt.

3.01 Uhr: Immer mehr Leichen

In der vom Tsunami am Freitag am schlimmsten getroffenen Provinz Miyagi sind bislang 2000 Leichen entdeckt worden. Allein 1000 Tote wurden in der völlig zerstörten Stadt Minamisanriku gefunden, wie Kyodo meldet. Weitere rund 1000 Todesopfer seien auf der Halbinsel Ojika zu beklagen.

2.29 Uhr: Und wieder bebt die Erde

Japan kommt nicht zur Ruhe: Ein schweres Nachbeben hat Tokio am Morgen erschüttert. Das Beben ereignete sich nach Angaben der Meteorologiebehörde des Landes um kurz nach 10 Uhr Ortszeit (2 Uhr MEZ) und hatte eine Stärke von 6,2. Die US-Erdbebenwarte gab die Stärke mit 5,8 an. Das Epizentrum lag demnach vor der Küste, rund 150 Kilometer nordöstlich von Tokio entfernt. Die Behörden gaben aber zunächst keine Tsunami-Warnung aus. Über Schäden in Tokio und bei den schon angeschlagenen Atomkraftwerken in Fukushima ist derzeit noch nichts bekannt.

Auch am Flughafen Narita bei Tokio war das Nachbeben zu spüren. Die Abflughalle wackelte heftig, es gab eine Warndurchsage, berichtete eine DPA-Reporterin. Reisende seien erschrocken aufgesprungen. Mitarbeiter der Airlines riefen die Anwesenden auf, sich auf den Boden zu hocken.

1.32 Uhr: Japaner kaufen Geschäfte leer

In einigen Regionen wird die Versorgungssituation immer ernster. Zettel mit der Aufschrift "ausverkauft" hingen an vielen Tankstellen in der Präfektur Ibaraki, die südlich von Fukushima und der Erdbebenregion liegt. An den wenigen noch offenen Tankstellen bildeten sich lange Schlangen. Menschen kamen mit Dutzenden Kanistern, um ihre Benzin- und Heizölvorräte aufzustocken. Hamsterkäufe gab es auch in vielen Supermärken, Regale waren leer geräumt.

1.16 Uhr: Tokio-Börse rutscht in den Keller

Angesichts des Ausmaßes der Erdbebenkatastrophe in Japan hat der Handel am Aktienmarkt in Tokio am Montag mit starken Kursverlusten eröffnet. Der Nikkei-Index mit den 225 wichtigsten Werten fiel zu Beginn um rund fünf Prozent. Bereits am Freitag gab es ein Minus von 1,7 Prozent. Um die Märkte zu stabilisieren, pumpte die Notenbank sieben Billionen Yen (62 Milliarden Euro) in den Bankensektor. Das war der größte Schritt der Bank of Japan seit der Verschärfung der Schuldenkrise in Europa im Mai vergangenen Jahres.

0.47 Uhr: Stromabschaltung am Vormittag geplant

Vor der geplanten kontrollierten Stromabschaltung im Osten Japans hat die Regierung in Tokio die Bevölkerung zur Mithilfe aufgerufen. Da es zu Beginn der Maßnahme zu Verwirrung kommen könne, sei die "maximale Kooperation der Bevölkerung nötig", sagte Regierungssprecher Yukio Edano. "Die Menschen sollten so viel Energie wie möglich sparen und nicht nach draußen gehen, wenn es nicht nötig ist."

Zuvor hatte Regierungschef Naoto Kan dem Energieversorger Tepco die Erlaubnis erteilt, wegen des Ausfalls zahlreicher Kraftwerke ganze Regionen einschließlich des Großraums um die Hauptstadt Tokio vom Stromnetz zu nehmen. Geplant ist demnach, in fünf Zonen des Versorgungsgebiets von Tepco die Stromversorgung nacheinander für drei Stunden und 40 Minuten auszusetzen. Nachdem zunächst die Rede davon war, dass die Abschaltungen um 6.20 Uhr (Ortszeit, 22.20 Uhr MEZ) beginnen sollten, wurde der Beginn nun auf zehn Uhr vormittags verschoben.

Weitere Unterbrechungen seien bis mindestens bis Ende April nötig, teilte Tepco mit. Ausgenommen seien lediglich drei Versorgungsgebiete, die das Zentrum Tokios bilden und in denen unter anderen Ministerien, Botschaften, wichtige Behörden, große Hotels und Unternehmenszentralen liegen.

0.32 Uhr: Botschaften raten zur Ausreise

Die Botschaften mehrere europäischer Staaten in Japan haben ihren Bürgern wegen drohender Nachbeben und eines möglichen GAU im beschädigten Kernkraftwerk Fukushima die Ausreise nahegelegt.

Die Deutschen im Krisengebiet und im Großraum Tokio/Yokohama wurden aufgefordert zu prüfen, "ob ihre Anwesenheit in Japan derzeit erforderlich ist, und, wenn dies nicht der Fall sein sollte, ihre Ausreise aus dem Land in Erwägung zu ziehen". Das gelte insbesondere für Familien mit kleinen Kindern, hieß es auf der Internetseite der deutschen Botschaft in Tokio.

Auch die französische und die österreichische Botschaft rieten ihren Staatsbürgern, geplante Japan-Reisen nach Möglichkeit zu verschieben.

red

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