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Niedersachsens Verkehrsstatistik

Zahl der Unfalltoten so niedrig wie nie

Die Zahl der Verkehrstoten in Niedersachsen hat einen historischen Tiefstand erreicht. Wie aus der neuen Unfallstatistik des Landes hervorgeht, kamen 2013 insgesamt 412 Menschen im Straßenverkehr ums Leben. Auffällig ist indes: Die Zahl der verunglückten Senioren ist gestiegen.
In Niedersachsen sind im vergangenen Jahr 412 Menschen im Straßenverkehr ums Leben gekommen.

In Niedersachsen sind im vergangenen Jahr 412 Menschen im Straßenverkehr ums Leben gekommen.

© dpa (Symbolfoto)

Hannover . Innenminister Boris Pistorius (SPD) hat am Montag die Daten zur aktuellen Unfallstatistik vorgestellt. Demnach sind in 2013 insgesamt 412 Menschen im Straßenverkehr ums Leben gekommen. Im Jahr davor gab es landesweit 486 Unfalltote. Damit sank die Zahl um rund 15 Prozent und ist damit die niedrigste seit der Einführung der Unfallstatistik im Jahr 1953.

Die Gründe für den Rückgang bezeichnete der Innenminister als „vielfältig“. „Die Autos werden immer sicherer, intensive Geschwindigkeitskontrollen und die medizinische Versorgung nach den Unfällen tragen auch dazu bei“, sagte Pistorius. Deutlich gestiegen ist dagegen die Zahl der Senioren, die 2013 im Straßenverkehr ums Leben gekommen sind. So wurden 126 Menschen, die 65 Jahre oder älter waren, bei Unfällen in Niedersachsen tödlich verletzt. Jedes zweite Opfer dieser Altersgruppe war als Fußgänger, Radfahrer oder mit Rollatoren unterwegs.

Als häufigste Unfallursachen nannte der Minister zu hohe Geschwindigkeit und die Nichteinhaltung des vorgeschriebenen Mindestabstands. Als Konsequenz aus diesen Feststellungen kündigte Minister Pistorius weitere große Kontrollen in diesem Jahr an. „Es gibt Autofahrer, die halten von alleine Abstand, und andere, denen man das immer wieder in Erinnerung rufen muss“, sagt der Minister. So soll bereits im April ein sogenannter 24-Stunden Blitzmarathon in Niedersachsen den Rasern Einhalt gebieten. Für den Herbst ist ein bundesweiter Tag der Verkehrskontrollen geplant.

Zudem hat das Innenministerium ein neues Projekt angeschoben. Gemeinsam mit den Experten aus dem Verkehrsministerium soll dabei untersucht werden, inwieweit sich der zum Teil schlechte Zustand der Straßen im Land negativ auf den Verlauf von Verkehrsunfällen auswirkt. Noch ist unklar, wann mit ersten Ergebnissen dieses Projektes zu rechnen ist. Bislang lässt sich aus den statistischen Daten der Polizei lediglich ablesen, dass Niedersachsen bundesweit die höchste Zahl von Unfällen hat, die sich ereignen, weil Autos gegen einen Baum am Straßenrand fahren. 28 Prozent aller Unfalltoten des vergangenen Jahres sind bei so genannten Baumunfällen ums Leben gekommen. Deutlich sicherer sind dagegen die Autobahnen. Der Anteil der Verkehrstoten beträgt hier elf Prozent.

Insgesamt registrierten die Polizeidienststellen in Niedersachsen im vergangenen Jahr 200.914 Unfälle. Bei insgesamt 31.131 Unfällen kamen Menschen zu Schaden. Die Zahl der Schwerverletzten sank 2013 um 335 auf 5866. Rückläufig war auch die Zahl der Unfälle unter Alkoholeinfluss sowie die Zahl der Fahrer, die betrunken am Steuer ertappt wurden. „Die Akzeptanz von Alkohol im Straßenverkehr nimmt ab – und das ist auch gut so“, sagt Pistorius. Einen Anstieg gab es dagegen bei der Zahl der Unfälle unter Drogen- oder Medikamenteneinfluss.

Ein deutlicheres Augenmerk als bislang soll die Polizei nach den Vorstellungen des Innenministers künftig auf die Ablenkung der Autofahrer durch Telefonieren mit dem Handy während der Fahrt oder das Bedienen des Navigationsgeräts im Wagen richten. „Mein persönlicher Eindruck ist, dass die Menschen damit immer sorgloser umgehen“, erklärt der SPD-Politiker.


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