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Online-Banking-Kunden um sechs Millionen betrogen

Netzwerk aufgedeckt Online-Banking-Kunden um sechs Millionen betrogen

Polizei und Staatsanwaltschaft Verden haben in internationaler Zusammenarbeit eines der weltweit größten „Botnetze“ aufgedeckt. 16 Personen werden beschuldigt, allein in Deutschland sechs Millionen Euro von Online-Banking-Kunden ergaunert zu haben.

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Die Tatverdächtigen sollen jahrelang Nutzer von Online-Banking attackiert haben.
 

Quelle: dpa

Verden (Aller).  Am Mittwoch konnten in einer internationalen Aktion sechs mutmaßliche Führungsmitglieder der kriminellen Vereinigung „Avalanche“ verhaftet werden, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft in einer Pressemitteilung mit. Auch das FBI und andere US-Behörden seien an den Ermittlungen beteiligt gewesen.

In zehn Ländern gab es zeitgleich Durchsuchungen, Festnahmen, Beschlagnahmungen von Servern und Domains. Die Tatverdächtigen sollen aus zehn verschiedenen Ländern kommen. Durch die Beschlagnahme von 39 Servern und mehreren hunderttausend Domains wurden den Tatverdächtigen allein in Deutschland die Kontrolle über mehr als 50.000 Opfer-Computer entzogen.

Mit der Zusammenlegung von mehreren „Botnetzen“ war es den Tätern gelungen, Online-Bankkunden um durchschnittlich mehr als 5.000 Euro zu schädigen. Mindestens seit 2009 nutzten die Täter die weltweit vernetzte Botnetz-Infrastruktur „Avalanche“ für Phishing- und Spamkampagnen. Pro Woche wurden mehr als eine Million Spammails versandt. Die Schadenssumme wird derzeit auf sechs Millionen Euro aus 1.336 Taten beziffert. Dabei liegt der tatsächliche Schaden in Deutschland wohl weitaus höher.

Kurz erklärt: Das ist ein Botnetz

Kriminelle kapern mitunter die Computer anderer Nutzer für ihre Zwecke. Ein Netzwerk solcher Rechner wird als Botnetz bezeichnet. Hacker infizieren die Computer mit einem Schadprogramm und können sie dann aus der Ferne steuern. Die eigentlichen Besitzer der Rechner merken oft nichts davon. Botnetze werden zum Beispiel verwendet, um Internetseiten mit massenhaften Anfragen lahmzulegen – dann spricht man von DDoS-Attacken. Betrüger können darüber auch ungewollte E-Mail-Nachrichten (Spam) verschicken oder die Rechner für sogenannte Phishing-Attacken missbrauchen, bei denen es häufig um den Zugang zu Online-Banking-Konten geht.

Von RND/fw/dpa

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