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Stimmung am Flughafen Hannover

„Ein ganz trauriger Urlaubsauftakt“

Viele Menschen steigen ohnehin mit einem mulmigen Gefühl in ein Flugzeug. Doch wie geht es Urlaubern, die einen Tag nach dem Absturz der Airbus-Maschine mit Germanwings nach Barcelona fliegen?
Foto: Christel Klein (rechts): „Ich habe keine Angst, ich habe einen besonderen Schutzengel.“

Christel Klein (rechts): „Ich habe keine Angst, ich habe einen besonderen Schutzengel.“

© dpa

Hannover. Wenige Stunden, bevor die Maschine vom Typ Airbus A320 in den französischen Alpen zerschellte, sagt der sechsjährige Henrik: „Germanwings ist das beste Flugzeug.“ Der Junge aus Stadthagen fiebert einem Flug mit der Lufthansa-Tochter von Hannover nach Spanien am ersten Ferientag entgegen. Dann erfährt er als erster der Familie in den Nachrichten im Kinderkanal von der Katastrophe. Seine 16-jährige Schwester Louise heult, die Mutter sagt: „Wir stornieren“, der Vater versucht zu beruhigen: „Das Flugzeug ist das sicherste Verkehrsmittel“.

Jetzt stehen die vier mit ihren Koffern in der Schlange am Check-In-Schalter für den Germanwings-Flug 4U 3522 nach Barcelona. Der Abflug vom Airport Hannover ist für 10.45 Uhr geplant, wird sich aber verspäten. Louise schreibt ihren Freundinnen Nachrichten mit dem Smartphone, Henrik schaut sich interessiert um. Viele Kinder und Jugendliche starten an diesem Mittwoch mit ihren Eltern in den Osterurlaub, in Gedanken sind sie bei den 150 Absturzopfern und deren Angehörigen.

„Ich habe sonst schon Flugangst und bin sehr betroffen“, sagt eine 50-Jährige aus Hannover. Ihr 16-jähriger Sohn steht neben ihr und schweigt. Er ist ungefähr so alt wie die 16 getöteten Schüler aus Haltern. Viele Passagiere haben überlegt, ob sie ihre Reise überhaupt antreten. Stornierungen hat es nach Angaben von Germanwings und anderen Fluggesellschaften aber bisher kaum gegeben.

In den Fernsehern am Airport laufen Star-News, keine Bilder vom Unglück in Südfrankreich. Die Germanwings-Beschäftigten tragen keinen Trauerflor, beteiligten sich aber wie der gesamte Flughafen an der Schweigeminute um 10.53 Uhr. Für die Kollegen der verunglückten Crew ist es schwer, so weiter zu machen, als sei nichts geschehen. „Wir müssen, die Leute wollen weiterfliegen“, sagt ein Mitarbeiter der Lufthansa-Tochter am Service-Point. Wie viele Kollegen sich krankgemeldet haben? Der Berater verweist genauso wie ein Germanwings-Pilot auf die Pressestelle des Unternehmens.

„Das Unglück stellt den Menschen wieder vor seine Grenzen“, sagt Maria Pilar Lozano, die mit ihrer Doppelkopf-Runde in ihre Geburtsstadt Barcelona reist. Am Abend haben die fünf Freundinnen aus Cloppenburg und Oldenburg alle noch telefoniert. „Unsere Freude ist getrübt, das ist ein ganz trauriger Urlaubsauftakt“, sagt die Spanierin. Die Frauen machen sich Mut. „Zweimal hintereinander passiert so was nicht“, sind sie überzeugt.

Die 81-jährige Christel Klein war schon einmal in einer ähnlichen Situation. Am 10. September 2001 stand sie auf dem World Trade Center, einen Tag später flogen Terroristen in die Zwillingstürme, mehr als 2700 Menschen wurden unter den Trümmern begraben. Jetzt hebt die Rentnerin einen Tag nach der Germanwings-Katastrophe mit der Maschine nach Barcelona ab. „Ich habe keine Angst, ich habe einen besonderen Schutzengel“, sagt sie.

Von Christina Sticht, dpa


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