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Lehrer fordert „Hitlergruß“ von Schülern

Eklat an Berufsschule Lehrer fordert „Hitlergruß“ von Schülern

Massive Vorwürfe von Schülern und Ausbildern: Ein Lehrer soll an einer Berufsschule in Hannover Migranten gezielt beleidigt und drangsaliert haben. Vorgesetzte schweigen, die Schulbehörde prüft den Fall.

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Ein Lehrer an dieser Berufsschule soll Schüler dazu aufgefordert haben, sich mit dem Hitlergruß zu melden

Quelle: Michael Thomas

Hannover. Schüler und Ausbilder erheben schwere Vorwürfe gegen einen Lehrer der Berufsbildenden Schule (BBS) 3 in Hannover. Laut einem Bericht der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“ soll er Jugendliche im Unterricht permanent beleidigen und besonders Schüler mit Migrationshintergrund gezielt provozieren haben. Vor der Klasse sage der Pädagoge Sätze wie „Dreckige Polacken haben auf der Baustelle nichts zu suchen“ oder „Pass auf deine Kopftuchschlampe auf!“

In einer Klasse soll er Schüler aufgefordert haben, sich mit dem Hitlergruß zu melden, sonst würden sie nicht drangenommen. Als Schüler darauf hinwiesen, dass das Zeigen des Hitlergrußes verboten ist, sei das ignoriert worden. An der Tagesordnung seien bei dem Lehrer ebenso Äußerungen wie „Halt die Fresse“, „Ihr Arschlöcher“, „Ihr seid asozial“ oder „Bist du behindert?“.

Schulbehörde prüft den Fall

Bei der Landesschulbehörde heißt es, man nehme die Anschuldigungen gegen den Lehrer sehr ernst und prüfe sie sorgfältig. Schon nach der ersten HAZ-Anfrage Mitte Oktober sagte eine Sprecherin, man habe umgehend reagiert und die erforderlichen Schritte eingeleitet. Gestern hieß es bei der Behörde erneut: Es wird geprüft. Grundsätzlich müssten auch Lehrer ihre Schüler respektvoll und amtsangemessen behandeln.

Schulleiter Harald Meier will sich zu den Vorwürfen nicht näher äußern und verweist in seiner Stellungnahme auf die Schulbehörde. Der Lehrer sei untragbar, sagt hingegen ein Ausbilder. In den Fall sei bereits die Innung eingeschaltet.

Neben den unflätigen Beschimpfungen und der demonstrativen Ausländerfeindlichkeit wird dem Lehrer auch vorgeworfen, dass er den Schülern gar nichts beibringen wolle. „Er macht nicht einmal klassischen Frontalunterricht“, lautet eine der Klagen. Auszubildende berichten, dass der Lehrer zu ihnen sage: „Ihr fallt sowieso durch die Prüfung.“ In einer Whatsapp-Gruppe habe er den Schülern eine Arbeit mit unflätigen Worten angekündigt: „Morgen gibt es einen Test, da werdet ihr richtig gefickt. Ich zeige euch, wo der Hammer hängt.“

Vorgesetzte schweigen zu Vorwürfen

Rund 70 Prozent der Schüler schnitten regelmäßig mit den Noten „fünf“ oder „sechs“ ab. Obwohl in dem Fall das Schulgesetz das Nachschreiben von Arbeiten vorsehe, wenn die Hälfte einer Klasse schlechter als mit einer „vier“ benotet werde, halte sich der Lehrer nicht an diese Vorgabe.

Dem Vernehmen nach ist der Lehrer als Quereinsteiger an die BBS 3 an der Ohestraße (Calenberger Neustadt) gekommen – wo Azubis der Baubranche lernen. Er habe dort sein Referendariat absolviert. Vor seiner eigenen Prüfung habe er der Klasse versprochen, im Falle seines Bestehens mit den Schülern Kart fahren zu gehen. Das Versprechen habe er jedoch nicht eingehalten. Nach Aussage mehrerer Azubis, die aus Angst vor schlechten Bewertungen anonym bleiben wollen, verhält sich der Lehrer bereits seit mehreren Jahren so.

Ausbilder in den Fachbetrieben der Azubis berichten, dass sie wiederholt mit dem betreffenden Lehrer gesprochen und den Abteilungsleiter der BBS 3, er ist Mitglied der Schulleitung, auf die Missstände hingewiesen hätten. Von ihm seien sie aber abgebügelt worden.

Auch die Unterrichtsgestaltung dieses Abteilungsleiters wird derweil kritisiert. Er gebe den Schülern in Doppelstunden zuweilen Aufgabenblätter und verlasse dann die Klasse, um zu telefonieren oder Stundenpläne zu schreiben. Erst kurz vor Stundenende komme er zurück. Wenn Schüler dann um den Abgleich der Aufgaben bäten, habe der Pädagoge schon „guckt doch bei Google nach“ geantwortet.

Von HAZ/RND

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