Nach Meinung der Grünen-Fraktionschefin Renate Künast sind die Pläne der Regierung zur Aufklärung von Kindesmissbrauch an kirchlichen Einrichtungen und Schulen unzureichend.
Bezüglich der Aufklärung von Kindesmissbrauchsfällen sagte Grünen-Fraktionschefin Renate Künast am Mittwoch im ZDF-„Morgenmagazin“, es sei zwar schön, dass es eine unabhängige Beauftragte für Kinder geben soll. Dies könne aber nur „so eine Art Wächteramt“ sein. Besser wäre aber eine unabhängige Kommission aus drei Personen. Diese sollte „wirklich aufklären, was ist in den Institutionen passiert“.
Die Frage sei, „wie muss man Regeln aufbauen, damit dieses nicht mehr passiert.“ Künast kritisierte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Diese habe sich bei den immer neuen Fällen von Missbrauch in katholischen Institutionen „nicht getraut, wirklich scharfe Worte und klare Worte zu sprechen“.
Das Bundeskabinett will am Mittwoch ein Konzept zur Aufarbeitung der bekanntgewordenen Missbrauchsfälle beschließen. Zum einen soll eine unabhängige Beauftragte ernannt werden, die auch Vorschläge zu Hilfen für Missbrauchsopfer erarbeiten soll. Zum anderen wird sich ein ressortübergreifender Runder Tisch um Prävention von Missbrauch und mögliche juristische Konsequenzen kümmern.
Künast kritisierte auch diesen Runden Tisch. Dabei gehe es nicht um die konkrete Aufklärung der Fälle. „Es geht um ein allgemeines, diffuses Darüberreden, und zwar in der ganzen Breite des Kindesmissbrauchs.“ Zu „Spiegel Online“ sagte Künast: „Bei den Missbrauchsfällen handelt es sich um schwere Straftaten, die rein gar nicht zu einem Runden Tisch passen.“ Statt aufzuklären wolle Merkel unangenehmen Wahrheiten ausweichen: „Frau Merkel folgt der Idee nur, um eine wirklich kritische Debatte zu verhindern. An eine schonungslose Aufklärung will sie offenbar nicht ran.“
dpa
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