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Berlin richtet Schutzzone für Frauen ein

Silvester Berlin richtet Schutzzone für Frauen ein

Versammlungsverbote und Einlasskontrollen: an Silvester herrschen erhöhte Sicherheitsmaßnahmen in deutschen Städten. Berlin geht noch einen Schritt weiter und richtet eine Frauenschutzzone ein.

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Damit die Silvesterfeier am Brandenburger Tor ohne Zwischenfälle verläuft, hat die Polizei die Sicherheitsmaßnahmen erhöht.

Quelle: dpa-Zentralbild

Berlin. Erhöhte Polizeipräsenz, Versammlungsverbote und besondere Sicherheitsmaßnahmen: Die Vorfälle in der Silvesternacht 2015/2016 am Kölner Dom ziehen noch immer weitreichende Folgen nach sich. Vor allem gesonderte Sicherheitszonen, in denen keine Böller gezündet werden dürfen, gehören zum Sicherheitskonzept vieler Städte.

Umstrittene Frauenschutzzone am Brandenburger Tor

Das Brandenburger Tor in Berlin wird wieder Treffpunkt mehrerer hunderttausend Menschen, die gemeinsam in das neue Jahr feiern wollen. Die Veranstalter wappnen sich dafür mit erhöhter Polizeipräsenz, Verbot von Feuerwerkskörpern – und einer Schutzzone extra für Frauen. Im südlichen Bereich der Ebertstraße können sich dann Frauen melden, die sexuell belästigt wurden oder sich unwohl in Gegenwart einiger anderer Gäste fühlen. Die neue Maßnahme ist umstritten: „Wer auf so eine Idee kommt, hat die politische Dimension nicht verstanden“, sagte Rainer Wendt, Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft, der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ über die sogenannte „Women’s Safety Area“ in Berlin. „Damit sagt man, dass es Zonen der Sicherheit und Zonen der Unsicherheit gibt.“ Das sei „das Ende von Gleichberechtigung, Freizügigkeit und Selbstbestimmtheit“. Allgemeine Schutzzonen hingegen haben ihre Berechtigung.

Feuerwerksfreie Zonen in vielen deutschen Städten

Die feuerwerksfreie Zone mit Einlasskontrolle gibt es unter anderem in Koblenz, am zentralen Platz „Am Plan“ in der Altstadt und in Leipzig am Connewitzer Kreuz. Nach den Vorfällen vor zwei Jahren wird auch in Köln die Sicherheitszone um den Dom für die Neujahrsfeiern 2018 erweitert. In dem abgesperrten Bereich ist Feuerwerk verboten. Vor allem auf dem Bahnhofsvorplatz will die Polizei außerdem verhindern, dass sich größere Gruppen bilden. Mehr Videokameras und bessere Beleuchtung sollen die Sicherheit erhöhen.

Nicht nur in Köln auch in Hamburg wurden Frauen in der Silvesternacht belästigt. Da sich dieses Szenario vergangenes Jahr nicht wiederholt hat, will sich die Polizei an ihrem damaligen Einsatzkonzept orientieren. Neben der neuen Videoüberwachung am Jungfernstieg wird es dieses Jahr zusätzlich eine zweite mobile Wache in der Nähe der Reeperbahn geben. Zudem sollen dunkle Orte ausgeleuchtet werden und Absperrgitter bereitstehen.

In Düsseldorf werden wie im vergangenen Jahr Feuerwerkskörper in der Altstadt verboten. In Bielefeld richtet die Polizei rund um die Sparrenburg in der City ebenfalls eine „böllerfreie Zone“ ein. Ab etwa 20 Uhr sollen Zugänge kontrolliert werden. In Frankfurt konzentrieren sich die Beamten besonders auf die beiden Mainufer, vor allem in der Umgebung des Eisernen Stegs, der Altstadt und Museumsufer verbindet. Im vergangenen Jahr gab es dort Zugangskontrollen, unter anderem um zu verhindern, dass am Mainufer Feuerwerkskörper gezündet werden.

Mehr Polizisten an beliebten Plätzen

In München, wo es in der Silvesternacht 2015/16 einen Terroralarm gab, will die Polizei auch in diesem Jahr wieder stärker im Einsatz. „Das ist keine Zeit, wo jedem Zweiten Urlaub gegeben wird“, sagte ein Sprecher. Die Sicherheitsmaßnahmen seien seit Jahren sehr hoch. Richtige Großveranstaltungen gibt es in München zwar nicht, zentrale Plätze mit guter Aussicht wie am Friedensengel, im Olympiapark und auf dem Marienplatz seien aber jedes Jahr gefragt, sagte der Sprecher. Darüber hinaus machte das Polizeipräsidium auf einen unliebsamen Trend aufmerksam: „In den letzten Jahren wurden wir vermehrt mit dem Phänomen konfrontiert, dass Pyrotechnik aus feiernden Gruppen heraus gezielt auf andere Personen abgefeuert wurde. Das sind keine Späße, sondern schwere Straftaten, die gravierende Verletzungen verursachen können.“

Von RND/dpa/lf

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