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Aus Freude am Blödsinn

Steckenpferdpolo mit Straf-Sherrys

Vier Poloteams kämpfen in Düsseldorf um einen Käsekuchen. Ihr Equipment stammt aus dem Spielzeugladen. Wichtigste Regel: Immer im Galopp hoppeln. Feine Selbstironie reitet mit.
Foto: Auf Steckenpferden reiten die Teilnehmer des Steckenpferdpolo-Cups auf einer Wiese am Rheinufer in Düsseldorf. Der Düsseldorfer Cup ist die vierte deutsche Meisterschaft in der Trendsportart, bei der die Teilnehmer auf Stoffpferdchen reiten und mit Poloschlägern versuchen, Tore zu erzielen.

Auf Steckenpferden reiten die Teilnehmer des Steckenpferdpolo-Cups auf einer Wiese am Rheinufer in Düsseldorf. Der Düsseldorfer Cup ist die vierte deutsche Meisterschaft in der Trendsportart, bei der die Teilnehmer auf Stoffpferdchen reiten und mit Poloschlägern versuchen, Tore zu erzielen.

© dpa

Düsseldorf . Schnaufende Reiter, wildes Getrappel. Ein Ball, der ins Tor muss - und Jubelgeschrei, wenn’s klappt. Beim Polo am Samstag im Rheinpark in Düsseldorf ist vieles echt. Nur die Pferde nicht. Die bestehen aus einem Kopf und einem Stock. Die Komiker von Monty Python hätten ihre Freude an diesem augenzwinkernden Aufgalopp beim 4. Düsseldorfer Steckenpferdpolo-Cup.

Vier Teams mit insgesamt 30 Spielern sind dabei. Gisela aus Köln geht mit „Große Tante“ ins Rennen. Die ist weiß mit schwarzen Punkten und roter Mähne. Und erinnert an Pippi Langstrumpfs Pferd „Kleiner Onkel“. Doch die Tante ist nicht so träge. Die beiden bilden eine dynamische Einheit, waren bereits an einem Treffer ins gegnerische Tor beteiligt. Sie haben nur leider auch schon ins eigene geschossen.

 Reiterin Gisela, die ihren Nachnamen lieber nicht verraten möchte, hat Freude an kindischem Blödsinn und ist über Facebook auf den Spieler-Pool vom Steckenpferdteam „Ex und Hopp“ gestoßen. Es ist ihr erstes Spiel, nach zwei Matches ist sie außer Atem. Teamkollegin Sonja weiß, dass sich am Montag grausamer Muskelkater einstellen wird: „Da komm ich nicht vom Bürostuhl hoch.“

Die Idee zum Steckenpferdpolo kommt ursprünglich aus Mannheim. Christoph Weidner, Spieler beim Team „anyHorses“, brachte sie nach Düsseldorf. „Wir machen uns gern ein bisschen lustig über die teuren Hobbys der feinen Gesellschaft.“ Weidner und seine Freunde hoppeln seither mit Schalk und Inbrunst übers Geläuf.

Das Equipment borgen sich viele zu Hause aus den Kinderzimmern. Die Reitsportgeräte sind in blondem oder gar rosa Plüsch gehalten. Manche stoßen batteriebetriebenes Gewieher aus. Die Schläger stammen vom Gartencrocket, gerungen wird um einen Softball. Die wichtigste Regel lautet: Immer im Galopp bleiben, Traben gilt nicht.

Haltungsnoten kann es nicht geben, denn Verstöße ziehen einen Straf-Sherry nach sich - und mit jedem werden die Bewegungsabläufe uneleganter. Fouls von abstinenten Teilnehmern werden konsequent mit Brottrunk geahndet.

Der Cup beim Steckenpferdpolo-Cup ist kein Pokal, sondern ein Käsekuchen. „Das haben wir uns in Anlehnung an das legendäre Autorennen Indianapolis ausgedacht, wo der Sieger zur Belohnung aus einer Milchflasche trinkt“, sagt Weidner.

dpa


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