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Umwelt

Vom Wald zur Wildnis: Privateigentümer in NRW stiftet 350 Hektar

Bislang nutzte Dieter Mennekes (73) seine 350 Hektar Wald im Südosten Nordrhein-Westfalens an der hessischen Grenze forstwirtschaftlich - damit ist jetzt Schluss.
Umweltstifter Mennekes steht im Wildnisgebiet Heiligenborn.

Umweltstifter Mennekes steht im Wildnisgebiet Heiligenborn.

© M. Balk

Bad Laasphe. "Ich möchte später einmal schöne Wildnis hinterlassen", sagte der Ingenieur und Unternehmer am Donnerstag in Bad Laasphe in Siegen-Wittgenstein und brachte die Fläche, so groß wie 500 Fußballfelder, in ein europäisches Wildnisprogramm ein. "Wir können nicht den Brasilianern predigen, dass sie ihre Wildnis intakt halten sollen, wenn wir selbst nichts tun", sagte Mennekes.

Seine Hügel und Täler mit Buchen und Fichten, Bächen und Mooren sind nicht das erste Wildnisgebiet in Nordrhein-Westfalen, es gibt schon 100 andere. Aber es ist das erste Mal, dass ein Privatmann sein Eigentum für diesen Zweck stiftet. Mehr als fünf Millionen Euro ist der Wald wert, und Einnahmen erzielt Mennekes damit nun nicht mehr. "Ich sehe das als eine gute Investition an, wenn der Ertrag der Allgemeinheit zugutekommt."

NRW-Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) hofft, dass dieses Beispiel Schule macht: "Das könnte ein Türöffner sein. Wir brauchen solches privates Engagement, denn Nordrhein-Westfalen ist ein Privatwaldland." Zwei Drittel der Wälder in NRW gehören weder Land noch Kommunen. Wenn das Ziel von Bundesregierung und Europaparlament, fünf Prozent der Wälder sich selbst zu überlassen, erreicht werden soll, geht das in Bundesländern mit hohem Privatwaldanteil nur durch solche Stiftungen.

Anders als Landschafts- und Naturschutzgebiete dürfen Wildnisgebiete gar nicht mehr wirtschaftlich genutzt werden. Remmel nannte sie den "Urwald von morgen". Es gehe darum, die Artenvielfalt zu schützen: "Dafür sind Wildnisgebiete da - dass die Natur Natur sein kann."

Bis das wirkt, bis hier ein möglichst ursprünglicher Lebensraum für bedrohte Tiere und Pflanzen entsteht, vergehen Jahrzehnte. Aber erahnen lässt sich schon, was hier passieren wird. Mennekes führte die Besuchergruppe auf einen Hügel, von dem aus das dunkle Grün der Fichten und das helle der Buchen gut zu sehen ist. Wo es nötig ist, werden Fichten "herausgepflückt", wie es ein Forstwirt ausdrückte, damit die Buchen sich wieder durchsetzen können.

"Und dort drüben" - sagt Mennekes und zeigt auf eine freie Fläche, die durch den Orkan Kyrill gerissen wurde - "wird eine Wiese entstehen, so dass Besucher von hier aus das Wild gut beobachten können." Das ist ihm wichtig - er will die Wildnis entstehen lassen, damit die Menschen den Wald und die Tiere darin erleben können.

Mennekes war früher Co-Geschäftsführer des mittelständischen Elektrotechnikunternehmens Mennekes, das Steckverbindungen herstellt und weltweit 1000 Mitarbeiter beschäftigt. 1998 kaufte er den Wald, der jetzt Wildnis werden soll. "Im Grunde bin ich ein - Weltverbesserer darf man ja nicht mehr sagen - aber Umweltverbesserer darf man sagen, und das bin ich auch", meinte Mennekes.

Außer den 100 Wildnisgebieten hat NRW auch 70 Naturwaldzellen, die schon seit Jahrzehnten in Ruhe gelassen werden. Elf Prozent der staatlichen Waldfläche machen Wildnis und Naturwald aus, und aufgenommen werden nur Wälder mit Buchen, die dort seit mindestens 120 Jahren stehen, und Eichen, die älter sind als 160 Jahre. "Nordrhein-Westfalen ist nicht nur ein Land von Kohle und Stahl, sondern auch von vielfältigen Naturlandschaften", meinte Remmel.

dpa


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