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Streiks

Verdi setzt Busstreik bis Montag fort

Im Tarifkonflikt der Busfahrer in Hessen bewegt sich nichts. Weder die Busse fahren, noch kommen sich die Verhandlungsparteien näher. Könnte ein Schlichter das Problem lösen? Der RMV-Geschäftsführer erinnert an diesen Vorschlag.
Menschen stehen dicht gedrängt vor einer Straßenbahn.

Menschen stehen dicht gedrängt vor einer Straßenbahn.

© Susann Prautsch

Gießen/Frankfurt/Main. Der Busfahrer-Streik in Hessen wird in den kommenden Tagen fortgesetzt. Damit wird auch die Geduld von hunderttausenden Fahrgästen weiter strapaziert. Verdi kündigte am Freitag an, den Arbeitskampf vorerst bis einschließlich Montag weiter zu führen. Die Gewerkschaft vermisse nach wie vor ein "verhandlungsfähiges Angebot" des Arbeitgeberverbands.

Der Landesverband Hessischer Omnibusunternehmer (LHO) hatte vor der Entscheidung von Verdi am Morgen mitgeteilt, in der nächsten Woche ein Angebot vorlegen zu wollen. Dafür hatte er aber nur einen Zeitraum (18. bis 20. Januar) für Gespräche genannt - ohne Vorlage konkreter Zahlen. Verdi war dies zu wenig - und versucht nun mit der neuerlichen Eskalation den Druck im Tarifkonflikt zu erhöhen.

Eine Verdi-Sprecherin sagt in Frankfurt zur Gemütslage der Arbeitnehmer: "Die Busfahrer fühlen sich brüskiert. Das Gebot der Stunde wäre gewesen, ein konkretes Angebot mit Zahlen auf den Tisch zu legen. Da kein verhandlungsfähiges Angebot vorliegt, wird weitergestreikt."

Der Landesverband Hessischer Omnibusunternehmer (LHO) hatte zuvor die Gesprächsbereitschaft signalisiert. "Wir sind bereit, in einem Verhandlungstermin einen neuen Vorschlag zu unterbreiten, wie die Arbeitsbedingungen und die Vergütung des Personals verbessert werden könnten", sagte LHO-Geschäftsführer Volker Tuchan in Gießen.

Der Geschäftsführer des Rhein-Main-Verkehrsverbunds, Knut Ringat, mahnte: "Eine Lösung kann nur am Verhandlungstisch erzielt werden, und jeder Bus, der nicht fährt, ist ein Ausfall zu viel. Wir bitten die Verhandlungspartner, dass sie wieder miteinander reden, damit wir wieder möglichst schnell zum regulären Fahrplan zurückkehren." Ringat erinnerte an seinen Vorschlag, auch einen Schlichter einzubinden, damit möglichst rasch eine Einigung erzielt werde.

Hessens Busunternehmer, erklärte der Verband habe ein großes Interesse daran, eine schnelle und für alle Beteiligten faire Lösung zu finden. Der Gewerkschaft hatte der Verband bereits vor der Streik-Entscheidung am Nachmittag empfohlen: Statt ihre Kampfbereitschaft zu betonen und Fahrgäste durch eine unnötige Eskalation des Tarifkonflikts tagelang in der Winterkälte stehen zu lassen, solle Verdi "die gemeinsamen Interessen ins Blickfeld rücken und Interesse an einer tragfähigen Lösung signalisieren".

Der Busstreik lief am Freitag am fünften Tag in Folge. Zu dem Ausstand aufgerufen sind Beschäftigte von 20 privaten Busgesellschaften. Schwerpunkte sind unter anderem Frankfurt, Darmstadt, Hanau, Offenbach, Fulda, Gießen, Marburg und Gelnhausen. "Die Streikbeteiligung ist unverändert hoch und der Streikwille ungebrochen", sagte eine Verdi-Sprecherin.

Verdi fordert eine stufenweise Erhöhung des Lohns bis auf 13,50 Euro die Stunde. Die Arbeitgeber wollen eine Laufzeit bis Ende 2018 und bieten insgesamt einen Anstieg des Lohns bis 12,65 Euro. Derzeit beträgt der Stundenlohn 12,00 Euro. Die Gewerkschaft fordert auch Verbesserungen bei den Pausenregelungen, bei der betrieblichen Altersvorsorge und dem Urlaubsanspruch.

Der Omnibusunternehmer-Verband hält die Forderungen von Verdi für "illusorisch", wie Geschäftsführer Volker Tuchan sagte. Denn die extrem hohen Forderungen würden die Lohnkosten um 25 Prozent erhöhen. Das würde die Unternehmen überfordern.

Die Frankfurter Nahverkehrsgesellschaft traffiQ sagte zur Fortsetzung des Streiks: "Das können wir im Interesse unserer Kunden nicht gut finden. Das Streikrecht ist zwar elementar. Aber wir würden es begrüßen, wenn es zu Gesprächen kommt, um den Streik zu überwinden. Diese heftige Eskalation ist schon verwunderlich. Vielleicht wäre eine Schlichtung das Beste."

dpa


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