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Kriminalität

Verbrechen verhindern ist Kernaufgabe der Gesellschaft

Kriminalität zu verhindern ist aus Sicht der Deutschen Stiftung für Verbrechensverhütung eine der wichtigsten Aufgaben einer Gesellschaft. Prävention sei aber kein Selbstläufer, sagte der Vorsitzende der Stiftung, Prof. Hans-Jürgen Kerner, zu Beginn des 20. Deutschen Präventionstages am Montag in Frankfurt am Main.
Laut Experten lohnt es sich Verbrechen zu verhindern.

Laut Experten lohnt es sich Verbrechen zu verhindern.

© F.Rumpenhorst/Symbol

Frankfurt/Main.  Ämter müssten mehr zusammenarbeiten, die Politik müsse handeln statt nur zu reden, Projekte müssten besser ausgewertet werden. Das Schwerpunktthema in diesem Jahr lautet "Prävention rechnet sich. Zur Ökonomie der Kriminalprävention". 

"Kriminalität verursacht immense Schäden", sagte Stephan Thomsen, Professor für Angewandte Wirtschaftspolitik in Hannover: materielle wie immaterielle bei den Opfern, Kosten für Polizei und Justiz beim Staat. Wie hoch diese Kosten sind, weiß niemand. "Wir haben einen großen Nachholbedarf bei Erfassung der Schäden", kritisierte Thomsen. Eine systematische Kosten-Nutzen-Rechnung, was Prävention koste und was sie bringe, fehle in Deutschland völlig.

Erfahrungen aus anderen Ländern zeigen: Vorbeugen kann billiger sein als die Folgen der Kriminalität zu tragen. Eine US-Studie habe ergeben, dass Investitionen in frühkindliche Bildung bei sozial schwachen Familien ein Kosten-Nutzen-Verhältnis von 1:16 hatten. "Für jeden Dollar, den das Programm gekostet hat, hatte die Gesellschaft einen Nutzen von 16 Dollar", sagte Thomsen.

Zu dem Kongress werden bis Dienstag 3100 Besucher aus 44 Ländern erwartet. Rund 200 Vorträge und 150 Informationsstände beschäftigen sich mit Schutz vor Wohnungseinbruch oder Diebstahl, Nachbarschaftshilfe und Videoüberwachung, Zivilcourage und Verkehrssicherheit, häuslicher Gewalt oder Sicherheit für Senioren.

"Es ist eine Kernaufgabe der Gesellschaft, zu verhindern, dass Unschuldige Opfer werden", sagte Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU). "Die Frage ist nur, wie kriegen wir das hin?" Prävention sei wichtig, dabei müssten die Bürger aber aktiv mithelfen. "Das Ganze lebt vom Ehrenamt."

"Präventionsarbeit ist eine Investition in die Sicherheit", sagte Hessens Justizministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU). Gelungene Beispiele seien die Häuser des Jugendrechts in Frankfurt, ein Projekt bei Gewalt in Familien in Marburg und Hilfe für pädophile Männer in Gießen. 

dpa


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