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Hilfsorganisationen

Traumatisierte Flüchtlingshelfer brauchen Hilfe

Der Umgang mit Flüchtlingen hat für einige deutsche Einsatzkräfte und Helfer Folgen. Nach Angaben des Deutschen Feuerwehrverbands klagen sie über psychische Probleme, nachdem sie immer wieder mit den schlimmen Schicksalen der Geflohenen konfrontiert wurden.

Fulda. Traumatisierte Flüchtlingshelfer in Deutschland benötigen zunehmend psychologische Unterstützung. Betroffen seien neben Feuerwehrleuten auch Mitglieder von Hilfs- und Rettungsorganisationen, sagte der Präsident des Deutschen Feuerwehrverbandes (DFV), Hartmut Ziebs, der Deutschen Presse-Agentur in Fulda. Dort wurde am Mittwoch die europäische Leitmesse für Rettung und Mobilität (Rettmobil) eröffnet.

"Einigen unserer Leute sind die Schicksale, die sie in den Flüchtlingsunterkünften immer wieder geschildert bekommen haben, stark an die Nieren gegangen. Das waren belastende Erfahrungen von Menschen, die um ihr Leben fürchten mussten oder Angehörige auf tragische Weise verloren haben", erklärte Ziebs. Viele Hundert Helfer seien betroffen und bräuchten nun mitunter selbst Betreuung, weil sie die verstörenden Flüchtlingsschicksale nicht mehr aus dem Kopf bekämen. Der Deutsche Feuerwehrverband helfe nach den Einsätzen, Gesprächstherapien und psychologische Nachsorge zu vermitteln.

Verbandspräsident Ziebs betonte: "Dass die Helfer nun mitunter selbst Probleme beklagen, hat nichts mit fehlender Professionalität oder nötiger Distanz zu tun. Das ist einfach nur menschlich." Der Umgang mit schlimmen Einsatz-Erfahrungen habe sich auch geändert. "Früher kam nach manch einem harten Einsatz eine Flasche Schnaps auf den Tisch. Dann hat man darüber geredet und die bedrückenden Erlebnisse heruntergeschluckt. Aber das ist heute natürlich nicht mehr zeitgemäß." Deswegen gebe es vermehrt psychosoziale Betreuungsangebote. "Wir wollen schließlich keine Spätfolgen bei den Einsatzkräften riskieren."

Der Vorsitzende der Bundesvereinigung Stressbearbeitung nach belastenden Ereignissen (SbE), Oliver Gengenbach (59), sagte: "Die Helfer haben in den Unterkünften im Dauereinsatz am Limit gearbeitet. Sie haben von schwer erträglichen Schicksalen gehört, wenn sich die Flüchtlinge im Gespräch geöffnet haben. Nun, wo sich die Lage vorerst beruhigt hat, spürt manch einer erst seine Erschöpfung." Aber auch besonders die Flüchtlinge benötigten zunehmend psychologische Hilfe.

Um Einsatzkräften nach Horror-Einsätzen bei Zugunglücken, heftigen Verkehrsunfällen oder Bränden zu helfen, wurde die Stiftung "Hilfe für Helfer" ins Leben gerufen. Die Traumatisierung ist nach solchen Notfall-Einsätzen aber wesentlich ausgeprägter als in der Flüchtlingshilfe, sagte Fachmann Gengenbach, der in der Praxis als Fachberater Seelsorge bei der Feuerwehr in Witten (NRW) tätig ist.

Zum Thema "Hilfe für Helfer in der Feuerwehr" halten Experten am Donnerstag (ab 10.30 Uhr) in Fulda ein Symposium ab. Der Schwerpunkt liegt dabei auf den Herausforderungen in der Flüchtlingsbetreuung.

dpa


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