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Polizei

Tote lag rund eineinhalb Jahre unentdeckt in Wohnung

Rund 18 Monate lang hat die Leiche einer alten Frau in einer Wohnung bei Kassel gelegen. Gemerkt hat das niemand. Auch die Ermittler sprechen von einem tragischen und extremen Fall.

Kassel. Rund eineinhalb Jahre ist der Tod einer alten Frau in einer Wohnung bei Kassel unbemerkt geblieben - auch bei der Polizei sorgt der am Dienstagabend bekanntgewordene Fall für Kopfschütteln. "Solche Fälle gibt es hin und wieder, aber 15 bis 18 Monate sind schon eine sehr lange Zeit", sagte ein Polizeisprecher am Mittwoch in Kassel. Die Frau starb den Ermittlungen zufolge im Sommer 2014 in ihrem Bett und wurde erst vor wenigen Wochen gefunden.

Die endgültige Identifizierung der Toten könne sich bis zum neuen Jahr hinziehen. Die Ermittler gingen aber davon aus, dass es sich tatsächlich um die 87 Jahre alte Mieterin der Wohnung in einem Mehrfamilienhaus in Lohfelden handelt. Hinweise auf ein Verbrechen gebe es nicht. Es handele sich um einen "tragischen und extremen Fall", sagte der Sprecher.

Die skelettierte Leiche war Ende November entdeckt worden, wie die Polizei am Dienstagabend einen Medienbericht bestätigt hatte. Die Wohnung war wegen eines Wasserschadens bei Nachbarn von einem Schlüsseldienst geöffnet worden. Zuvor hatte offenbar niemand in dem Haus etwas bemerkt.

Polizeisprecher Jürgen Wolf sagte, der Geruch hätte eigentlich wochenlang im Haus bemerkbar sein müssen. Offenbar habe sich aber niemand daran gestört. Die Post der Frau sei auf einem Sims im Treppenhaus "schön säuberlich" gestapelt worden: "Sie hat zwar nicht viel Post bekommen, der Stapel war etwa 20 Zentimeter hoch." Dennoch hätte auch dies auffallen müssen.

Nach einem Bericht der "Hessischen/Niedersächsischen Allgemeinen" (HNA) gingen Rente und Miete per Dauerauftrag auf und von dem Konto der Frau ein- und ab.

Auch eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft sagte, sie habe noch nicht erlebt, dass ein Tod so lange unbemerkt bleibe. Die Staatsanwaltschaft habe geprüft, ob ein Verbrechen vorlag, und dies sei nicht der Fall.

dpa


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