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Giraffen, Wisente, Brillenbären und mehr

Tierbabys in hessischen Zoos

Nachwuchs in den Tierparks in Hessen. Die OP verrät, welche Tierbabys gerade erste Gehversuche unternehmen und wieso Nachwuchs im Tierpark selten etwas mit Romantik, wohl aber mit Wissenschaft zu tun hat.

Die stolze Brillenbärenmutter mit ihren Zwillingen Tupa und Sonco im Frankfurter Zoo.

© Zoo Frankfurt

Marburg. Es gibt diese Momente, in denen das Kleinhirn dem Großhirn nur noch eines meldet: mit dem Mund ein „O“ formen, die Stimme drei Oktaven höher schrauben und jedes weitere Wort gedehnt aussprechen. Wie es sich anhört, das bleibt der Fantasie überlassen. Wie es sich liest? Ungefähr so: Ohhhh, ist der süüüüß. „Der Süße“ ist im Regelfall behaart und hat Knopfaugen. Es kann ein Ferkel, ein Eselfohlen oder ein Giraffenbaby sein. Es kann sich um Alpakanachwuchs oder ein Muffellamm handeln. In den Zoos und den Tierparks in der Umgebung hat es in den vergangenen Tagen reichlich Nachwuchs gegeben.

„Der Niedlichkeitsfaktor ist unschlagbar“, sagt beispielsweise Christine Kurrle, Sprecherin des Frankfurter Zoos über den Brillenbärennachwuchs. Ein Zwillingspaar. Getauft auf die Namen Tupa und Sonco. Der tollpatschige Tiernachwuchs ist nicht selten das Ergebnis ausgeklügelter Zuchtprogramme, berichtet Albert Hernold, Leiter des Wildparks Edersee.

Inzucht bei den Wisenten

Er wartet derzeit auf Wisentnachwuchs. Vier seiner Kühe sind tragend. Das erste Kalb soll schon Anfang Mai geboren werden. Für den Wildparkleiter immer ein besonderer Moment. Denn die Wisente galten lange Zeit als nahezu ausgestorben. Die letzten freilebenden Tiere wurden in den 1920er Jahren im Kaukasus geschossen.

Alle heute lebenden Wisente stammen von nur zwölf in Zoos und Tiergehegen gepflegten Wisenten ab. „Aus diesem kleinen Genbestand hat man angefangen zu züchten. Egal wie man es dreht oder wendet. Da ist immer eine Blutlinie mit drin. Selbst wenn es nur der Ur-Ur-Ur-Großvater ist“, weiß Hernold. Hier wird nichts dem Zufall überlassen. Die Herde im Wildpark Edersee wurde zuvor mit der Unterstützung des „Europäischen Erhaltungsprogramms“ zusammengestellt. „Für den Herdenaufbau haben wir das beste Genpotential ausgesucht“, erklärt der Tierparkleiter. Seine Herde besteht derzeit aus vier Kühen, zwei Stieren und bald dem erhofften Nachwuchs. Damit es nicht zu Inzucht kommt, werden die Kälber nach einer gewissen Zeit an Tierparks und Zoos in ganz Europa verkauft.

Zwei Bullen, die sich vertragen

Ungewöhnlich an der Herdenstruktur im Wildpark Edersee ist die Tatsache, dass sich gleich zwei ausgewachsene Bullen das Gehege und die Aufmerksamkeit der Kühe teilen. „Das sind beides starke Burschen. Normalerweise bekämpfen sich Stiere untereinander. Besonders in der Brunftzeit. Die beiden haben sich aber vom ersten Tag an vertragen.“ Eine echte Männerfreundschaft eben.

Und wie es sich für echte Männer gehört, lassen sie auch mal ihre Muskeln spielen. „Das sind stattliche Tiere. Die schalten sofort auf Angriff, wenn jemand das Gelände betreten würde. Beim Wolf oder Luchs können die Pfleger schon eher rein“, sagt er schmunzelnd. Bis zu 500 Kilo wiegt so ein ausgewachsenes Tier. 500 Kilo, die es zu bestaunen, niemals aber anzufassen gilt.

Dafür warten in den Tierparks der Umgebung zahlreiche Streichelzoos. Und bei so viel tierischem Nachwuchs ist neben muhen, mähen, grunzen und wiehern sicher wieder ein menschliches „Ohhhh, wie süüüüß zu hören.“

von Marie Lisa Schulz

Nachwuchs in den hessischen Tierparks:

Wild- und Freizeitpark Willingen

Nachwuchs:

  • Ziegen
  • Frischlinge
  • Auerochsenkalb
  • „Wir warten noch auf Schafslämmer, Rotwild, Damwild und eventuell auch auf Wildkatzen“, so ein Sprecher des Wildparkes.

Öffnungszeiten: 9 bis 18 Uhr, Aufenthalt bis 20 Uhr.
Besonderheiten:

  • Täglich (außer donnerstags) finden Greifvogelvorführungen unter der Leitung eines Berufsfalkners statt: 12 Uhr, 14 Uhr.
  • Neu: Eulenschau 16.15 Uhr.
  • Hunde dürfen an der Leine mitgeführt werden.

Wildtierpark Edersee (Edertal)

Nachwuchs:

  • Minischweine
  • 18 kleine Zwergziegen
  • 30 Wildschweinfrischlinge
  • Mufflonlämmer

Öffnungszeiten:
9 bis 18 Uhr.

Besonderheiten:

  • Ab Mai wird die Geburt der Wisentkälber erwartet.
  • Alle vier Kühe erwarten derzeit Nachwuchs.
  • Eine weitere Attraktion ist die Greifvogelschau mit täglichen Vorführungen um 11 Uhr und 15 Uhr (außer montags).
  • Aufgrund der freilaufenden Tiere sind Hunde hier nicht erlaubt.

Wildpark Klosterwald (Lich)

Nachwuchs:

  • Ziegen
  • Alpaka
  • Esel

Öffnungszeiten:
10 bis 18 Uhr.

Besonderheit:
Hunde dürfen an der Leine mitgeführt werden.

Opel-Zoo (Kronberg im Taunus)

Nachwuchs:

  • Giraffe „Katja“
  • Mufflons
  • mesopotamische Damhirsche
  • Hirschziegenantilopen
  • Sika-Hirsche „Die sehen echt aus wie kleine Bambis“, so die Sprecherin des Zoos, Jenny Krutschinna.

Öffnungszeiten:
9 bis 18 Uhr, ab Juni bis 19 Uhr.
Besonderheiten:

  • Neue Besucherattraktion ist das neue Flamingo-Gehege sowie eine neue Vogelvoliere. Hier leben Papageien gemeinsam mit Buschschliefern: Säugetieren, die als nächste Verwandte des Elefanten gelten, jedoch vom Aussehen eher einem Murmeltier ähneln.
  • Hunde können gegen ein Entgelt von 1 Euro mitgenommen werden.

Zoo Frankfurt

Nachwuchs:

  • Brillenbären-Zwillinge Tupa und Sonco
  • Gorillababy „Tandu“
  • Löwenäffchen Giraffe Kleinkantschil "Ein Kleinkantschil sieht aus wie ein winziges Reh“, so die Sprecherin des Frankfurter Zoos, Christine Kurrle.

Öffnungszeiten:
9 bis 19 Uhr.
Besonderheiten:
Fütterung:

  • Wasserschildkröten (Montag, Donnerstag, 15 Uhr)
  • Krokodile (bei Bedarf! Donnerstag 15.15 Uhr)
  • Piranhas (Mittwoch, Sonntag 11 Uhr)
  • Pinguine (bei Bedarf! täglich 10.45 Uhr und 15.45 Uhr)
  • Tropengewitter bei den Krokodilen (1. Stock Exotarium) 11.30 Uhr und 15.30 Uhr.

Hunde und andere Haustiere haben keinen Zutritt zum Zoo.


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