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Glücksspiele

Spielersperrdatei für Spielhallen: Kritik von Firmen und Fachleuten

Die deutschlandweit einzigartige hessische Sperrdatei für Spielhallen (OASIS) muss nach Ansicht der Branche und von Suchtfachleuten auf alle Spielformen ausgeweitet werden.
Kampf gegen Glücksspielsucht.

Kampf gegen Glücksspielsucht.

© Salome Kegler/Archiv

Frankfurt/Main. "Von Glücksspielsucht betroffene Menschen nutzen jede Möglichkeit, ihre Spielsucht zu befriedigen", sagte der Geschäftsführer der hessischen Landesstelle für Suchtfragen (HLS), Wolfgang Schmidt-Rosengarten, am Dienstag in Frankfurt. Die derzeitige Insellösung sei unzureichend. Wer in einer Spielhalle in Hessen gesperrt ist, könne ohne Probleme in Spielbanken und Kneipen weiter spielen - oder auf die Spielhallen der benachbarten Bundesländer ausweichen. Die Sperrdateien der Lotteriegesellschaften, Spielbanken und -hallen sollten verknüpft werden und bundesweit gelten.

Die seit Mai 2014 gültige Sperrdatei für hessische Spielhallen habe den Umsatz der Branche um 26 Prozent einbrechen lassen, sagte der Landesvorsitzende des Münzautomaten-Verbands, Michael Wollenhaupt. Der Grund: "Viele Kunden wollen ihre Daten nicht preisgeben." Die Sperrdatei treibe sie daher ins illegale Spiel ab, vor allem ins Internet. "Dort gibt es aber überhaupt keinen Schutz für Spieler." Das sieht auch die HLS so. Allerdings werde dieses Argument von verschiedenen Anbietern und den staatlichen Lotteriegesellschaften auch immer wieder vorgebracht, um Auflagen und Beschränkungen im legalen Glücksspiel aufzuweichen und eigene Angebote auszuweiten.

Um Kunden für das legale Spiel zurückzugewinnen, setzt sich der Münzautomaten-Verband für andere Kontrollen im Rahmen von OASIS ein, etwa per Fingerabdruck oder Gesichtsscanner. So würden nicht wie bislang 98 Prozent der Kunden kontrolliert, die gar kein Problem mit dem Glücksspiel haben, sondern - umgekehrt - gesperrte Spieler identifiziert, ohne dass alle ihre Daten preisgeben müssen. Unklar sei auch, wie die Sperre, die automatisch für ein Jahr gilt, wieder aufgehoben werden könne, kritisierte Wollenhaupt.

Das Innenministerium in Wiesbaden bewertet das Sperrsystem dagegen positiv. Es werde flächendeckend sehr gut angenommen. Rund 7500 Menschen haben sich den Angaben zufolge bislang sperren lassen, ungefähr 90 Prozent von ihnen auf eigenen Wunsch. Bei den anderen Spielern hätten zunächst Angehörige die Initiative ergriffen.

dpa


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