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Justiz

Sechs Monate nach Blutbad am Gericht steht Anklage wegen Mordes

Ein halbes Jahr nach dem Blutbad in einem Frankfurter Gerichtsgebäude mit zwei Toten hat die Staatsanwaltschaft Anklage wegen Mordes erhoben. Ein 48 Jahre alter Afghane wird beschuldigt, am 24. Januar zwei Männer in einem Akt von Selbstjustiz mit insgesamt 18 Schüssen und 28 Messerstichen getötet zu haben, wie Oberstaatsanwältin Doris Möller-Scheu am Freitag mitteilte.
Die Staatsanwaltschaft erhob Anklage wegen Mordes.

Die Staatsanwaltschaft erhob Anklage wegen Mordes.

© D. Reinhardt/Archiv

Frankfurt/Main. Einen Termin für die Verhandlung vor dem Landgericht gibt es noch nicht.

Der Mann habe bei seiner Festnahme und späteren Vernehmungen angegeben, er habe die beiden Männer töten wollen, weil sie seinen Bruder vor sechs Jahren umgebracht hätten und nach einem Jahr wieder aus dem Gefängnis frei gekommen seien. Er habe selbst für Gerechtigkeit sorgen wollen, weil seine Familie und er darunter litten. Die 45 und 50 Jahre alten Männern stammten ebenfalls aus Afghanistan. Die Staatsanwaltschaft geht von Mord aus Heimtücke und niedrigen Beweggründen aus.

Die beiden Männer standen wegen der Messerattacke 2007 zum zweiten Mal vor Gericht. Der Bruder des 48-Jährigen war auf einem Parkplatz in Steinbach getötet und er selbst sowie sein Sohn verletzt worden. Das Landgericht Frankfurt hatte die Männer 2008 vom Vorwurf des Totschlags und der Körperverletzung frei gesprochen, weil es von Notwehr ausgegangen war. Der Bundesgerichtshof hatte dieses Urteil jedoch aufgehoben. In der neuen Hauptverhandlung war der 48-Jährige bereits als Zeuge vernommen worden.

Am zweiten Verhandlungstag erschien er mit einer Pistole und einem 20 Zentimeter langem Jagdmesser - verdeckt unter der Jacke - vor dem Gerichtsgebäude und traf auf die beiden Angeklagten. Er soll zunächst aus geringer Distanz den 50-Jährigen mit drei Schüssen zu Boden gestreckt und dann noch zwölfmal auf ihn geschossen haben. Anschließend verfolgte er den 45-Jährigen, der ins Gerichtsgebäude flüchtete bis ins Treppenhaus und fügte ihm 3 Schuss- und 17 Stichverletzungen zu, an denen er starb.

Der Täter lief aus dem Gerichtsgebäude und stach noch elfmal auf den Schwerverletzten am Boden ein, der kurz darauf in der Uni-Klink starb. Der Täter konnte kurz darauf auf der Flucht festgenommen werden.

dpa


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