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Verkehr

RMV will neues Tarifsystem testen - Abrechnung nach Entfernung

Ein neues Preissystem könnte in Zukunft die Preise für Busse und Bahnen im Rhein-Main-Gebiet gerechter machen. Zunächst wird das Ganze vom Frühjahr 2016 an erst einmal getestet.
Der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) sucht 20 000 Testkunden.

Der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) sucht 20 000 Testkunden.

© Arne Dedert/Archiv

Frankfurt/Hofheim. Der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) will sein neues Tarifsystem ausprobieren und sucht dafür 20 000 Testkunden. Künftig sollen Fahrten mit Bussen und Bahnen nach Entfernung und nicht mehr wie bisher nach Tarifgebieten berechnet werden, wie der RMV in Hofheim am Mittwoch nach einem Beschluss des Aufsichtsrates bei einer Sitzung in Bad Homburg mitteilte. Zuvor hatte bereits der Hessische Rundfunk (hr) darüber berichtet.

RMV-Geschäftsführer Knut Ringat sagte dem Sender hr-Info: "Es ist ein System wie beim Taxi. Im Grundpreis kostet die RMV-Fahrt einmalig 1,69 Euro und dann pro Kilometer rund 20 Cent in städtischen und 10 Cent in ländlichen Gebieten." Dem Verbund zufolge betrifft dies die schnellen Verkehrsmittel Regionalzug, S-Bahn und U-Bahn. Für Fahrten mit Bus oder Straßenbahn setzen sich die Preise aus einem Grundpreis und einer Pauschale zusammen. Letztere orientiert sich laut RMV daran, wie groß die Stadt oder der Ort ist.

Getestet wird das Ganze bei einem Pilotversuch vom kommenden Frühjahr an, laut hr ab April 2016. Zunächst solle das Modell mit einer Ticket-App für Mobiltelefone erprobt werden. Der Pilotversuch sei auf drei Jahre angelegt.

Mit den neuen Tarifen rücke die Region noch enger zusammen, sagte der Frankfurter Oberbürgermeister und Vorsitzende des RMV-Aufsichtsrates, Peter Feldmann (SPD), nach einer Mitteilung. "Nehmen wir nur das Beispiel Frankfurt - Offenbach: Die bisherigen Preissprünge an den Tarifzonen- und Stadtgrenzen sind auf immer größeres Unverständnis gestoßen."

Wer eine lange Strecke innerhalb einer Tarifzone fahre, zahle heute an manchen Stellen weniger als jemand, der auf einer kurzen Strecke eine Zonengrenze überquere, sagte Feldmann. Das passe nicht mehr zum Mobilitätsverhalten der Menschen in der Region. Den Angaben zufolge ist der RMV der erste Verkehrsverbund in Deutschland, der nun ein solches neues Preismodell in einem solchen Umfang ausprobiert.

dpa


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